Monat: September 2017

Kurze Tage

Ursprünglich veröffentlicht auf MitmachBlog:
Dunkel war’s, der Mond schien gar nicht, als die Mama noch recht müde langsam aus dem Bette kroch. Drinnen schnarchten leis‘ zwei Kinder, draußen regnete es noch. ? Und aus einem weisten Kasten, der – na? bunt angekritzelt war,…

abc-Etüden: Von dieser Welt

Alle guten Dinge sind 3. Daher gibt es auch immer 3 Worte für die maximal 10 Sätze der abc-Etüden von Christiane. Die Wortspende kommt von Herbert, die Illustrationen von lz und – wer weiß – vielleicht fällt mir ja auch noch eine dritte Geschichte ein zu rosa-grün, verwurschteln und Achtsamkeit. Hier ist erst einmal meine zweite Idee, was die drei Worte miteinander verbinden könnte:

2017_38.17_3_drei_lz | 365tageasatzaday

 

„Hat Achtsamkeit eigentlich etwas mit der 8 zu tun, der chinesischen Glückszahl? Und wie wird eine Zahl überhaupt zu einer Glückszahl?“

Ihre Gedanken wanderten auf dem Heimweg von dem AA-Treffen fröhlich durch unterschiedliches Terrain.

„Nein, das deutsche Acht geben und die Ziffer 8 sind sprachlich nicht miteinander verwandt, auch wenn es so klingt, als könnte man es miteinander verwurschteln“ erklang eine blecherne Stimme hinter ihr.

Erschrocken drehte sie sich um und machte sogleich einen kleinen Satz rückwärts, als sie in ein grell rosa-grün leuchtendes Gesicht eines … eines … ja, wovon eigentlich? starrte.

„Aaaaahh, ein Alien!“ kreischte sie noch bevor sie sich bewusst wurde, was sie da rief und das unheimliche Verlangen nach einem starken Drink, das sie schon so lange nicht mehr verspürt hatte, erfasste sie ganz unmittelbar und heftig.

„Aaaaaah, ein Alien“ äffte sie ihr Gegenüber nach, ohne den Mund zu öffnen, der im übrigen ohnedies nur aufgemalt aussah.

„Gedankenlesen kann er und reden ohne den Mund aufzumachen auch, was für ein Typ!“ dachte sie völlig perplex, wobei sie sich gar nicht sicher war, ob sie eigentlich diese absurde Begegnung verrückter fand als die Erkenntnis, dass sie sich unheimlich angezogen fühlte von dem seltsamen Wesen mit den schräg stehenden Augen und dem auffälligen Teint.

„Ich muss dich enttäuschen, ich kann mir dir weder etwas trinken gehen, noch können wir danach andere Dinge bei dir oder bei mir tun, denn mein Körper ist nur eine äußerliche nicht funktionale Hülle“

„Oh!“ sagte sie und klang sichtlich enttäuscht, aber ein Mann, der Frauen auf Anhieb versteht und rundum perfekt ist, der konnte ja nicht von dieser Welt sein – oder irgendeiner anderen existierenden.

 

Trauriger Rekord

Gestern Morgen in der Presse:

Neuer Rekord an Schweineschlachtungen in EU

257 Millionen Schweine wurden im Vorjahr in der EU geschlachtet, allein 5,2 Millionen in Österreich.

Letztes Jahr starb also ein Schwein für ca. jeden zweiten Österreicher, und – äh – drei Schweine pro Einwohner in Deutschland. Jetzt könnte ich fragen: Leute, wo esst ihr das bloß alles hin? Aber mir ist gar nicht nach Scherzen zumute. Dabei geht es mir gar nicht so sehr, um das Warum (Fleisch essen), sondern um das Wie (schaut das Leben eines Schlachttiers aus?)

Das Leben von Mastschweinen

Leider sind Missstände keine Ausnahme. Das Leben von Mastschweinen ist im besten Fall traurig und stressig, im schlechtesten Fall unvorstellbar schmerzlich und grauenhaft:

Schweinehaltung: Die verborgene Realität

Selbst kleinere „Familien“betriebe garantieren nicht, dass es den Tieren besser geht (skandalöse Zustände in Kärnten). Von der Idylle, wie sie in den Bilderbüchern gerne dargestellt wird und wie wir sie uns idealtypisch gerne vorstellen würden, ist die Realität längst weit entfernt:

Bauernhof

Warum sieht man nur so selten (bis nie) Schweine, wenn man aufs Land fährt? Ganz einfach: Weil sie ihr kurzes, unbefriedigendes Leben eingesperrt in Ställen auf ihrem eigenen Mist, Vollspalten- oder Betonböden verbringen (so wie die Legehennen und Mastgeflügel) und so gut wie nichts, was für sie natürlich wäre, ausleben dürfen.

Schwein gehabt, selbst kein Mutterschwein zu sein (Quelle: http://www.ariwa.org/wissen-a-z/hintergrund/schweineleben.html)

 

Tiere mit Herz

Dabei wären Schweine intelligente und sogar empathische Wesen, wenn wir sie nur lassen würden:

Auch-Schweine-kennen-Mitgefuehl

 

Heute schon einen Mann vernascht?

Im Garten hatten wir Anfang September Besuch: Ein frommes Ding angeblich,

 

das aber auch für seinen besonderen Männergeschmack bekannt ist.

Ein bisschen erinnert mich diese Gottesanbeterin aber schon ein „unheimliches Wesen aus einer anderen Welt“, oder?

gottesanbeterin-alien.jpg
Nicht aus einem Horrorfilm der 80er Jahre und auch keine Kontrahentin von Sigourney Weaver, aber trotzdem eine ziemliche Schrecke 🙂

Ich habe dann noch ein paar Mal im Garten eine Gottesanbeterin gesehen, die war allerdings grün. Das ist mir erst jetzt beim Betrachten der Bilder bewusst geworden. Ob sich die beiden kannten, oder sogar miteinander essen waren *hust* – ich will es eigentlich gar nicht so genau wissen.

abc-Etüden: Bunte Welt

Bei den abc-Etüden von Christiane (3 Worte -> 10 Sätze) gibt es diesmal eine Wortspende von Herbert (und – wie gewohnt – Illustrationen von lz)

 

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„Herbert wer?“ fragte er unaufmerksam, ohne sie anzusehen.

„Dein Freund Herbert!“ antwortete sie genervt, weil sie es nicht ausstehen konnte, wenn er, statt dem Gespräch seine Aufmerksamkeit zu widmen, nur auf sein Handy starrte.

Ein bisschen mehr Achtsamkeit würde ihm nicht schaden.

Herbert hatte gestern davon gesprochen als sie nach der ersten Kursstunde noch gemeinsam auf ein Glas Rotwein gegangen waren.

„Achtsamkeit ist das, was wir brauchen, um uns selbst wahrnehmen zu können“ hatte Herbert gesagt und sie dabei mit seinen rehbraunen Augen lange angeschaut.

Ihr Mann sagte nie solche Dinge und würde schon gar nicht Kurse besuchen, die sich „Kreatives Schreiben kann man lernen“ oder „Finde zu Dir selbst“ nannten.

Sie schaute ihm zu, wie er versuchte, ohne das Handy aus der Hand zu legen, aus der Jacke zu schlüpfen und spürte wie der Ärger in ihr aufstieg.

„Musst du dein Gewand immer so verwurschteln?!“ zischte sie ihn an und stapfte ins Schlafzimmer.

Ihr Blick auf die Welt war längst nicht mehr nur rosarot, sondern eine seltsame rosa-grüne Mischung: Begegnungen mit Menschen wie Herbert erschienen in zart schimmerndem Altrosa, dachte sie aber an die scheinbar so perfekten Ehemänner ihrer Freundinnen wurde sie erbsengrün vor Neid.