Monat: Juli 2016

Mamaweisheiten zur Sommerzeit

Weckt das Kind dich jede Stund‘

hat auch der Morgen kein Gold im Mund.

Deine Pläne kannst du vergessen,

will das Kind nicht richtig essen.

Eine Krankheit brütet’s aus,

bleibt 7 Tage lang zu Haus‘.

Fieber messen, Taschentücher,

von früh bis spät nur Bilderbücher.

Außen schönster Sonnenschein,

statt am See bist du daheim.

Irgendwann wieder gesund,

14 Tage geht’s dann rund.

Doch, oh Schreck, was ist denn das?

Dem Kind macht’s Spielen keinen Spaß!

Das gibt’s doch nicht, das kann nicht sein!

Das wäre jetzt wirklich zu gemein!

Kein Appetit, die Nase rinnt,

es jammert laut das arme Kind.

Du tröstest es, und machst ihm Mut.

„Das wird schon wieder …Ist dir nicht gut?“

stellst du bangend noch die Frage.

Die Sommergrippe, was für eine Plage!

Von fantastischen Ländern, Saucen und Sonderwünschen

Utopia? Fantasia? Nein, Nervia! Das ist wohl das Land, wohin mich manche Menschen gelegentlich mit ihren Wortmeldungen oder ihrem Tun schicken, vermutlich ein heiße Insel, auf der das schicke Nervenkostümchen besonders dünn getragen wird…

Meine Tochter E klimpert am Klavier und singt dazu:

When I’m going on nervia….

Ich: „Meinst du vielleicht If you’re going to San Fancisco?“

Das hatten wir auf der Heimfahrt ein paar Stunden zuvor im Auto gehört.

E: „Nein. Aber das spiele ich als nächstes.“

Dann muss sie wohl wirklich Nervia gemeint haben …



Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man dem Kind nicht mehr verheimlichen kann, dass es Ketchup gibt. Zu gewissen Speisen gehört es für mich einfach dazu. Für die Kinder gibt es dann Kinder-Ketchup, das zumindest von den Zutaten und dem Zuckergehalt her nicht ganz so ungesund scheint wie andere herkömmliche Ketchupsorten. Bei uns zu Hause heißt das Zeug übrigens „rote Sauce“. Ich habe Bekannte, die ersäufen jegliches Essen darin. Der Zweck, den ich dahinter vermute: Essig und Zucker lassen einfach alles gleich (und) gut schmecken. Kaum hat man Blut Ketchup geleckt, stellt sich diese Erkenntnis rasch ein.

Es gibt Reis mit Kürbissauce und Falaffelbällchen. Ob letzteres den Geschmack meiner dreijährigen Tochter trifft, weiß ich nicht, also lasse ich sie kosten. Es trifft ihn nicht, aber sie erklärt mir sofort:

„Wenn wir rote Sauce drauf geben, dann würde es mir schmecken.“



In der Küche. Zeit für eine Jause. Ich streiche Brote.

Die dreijährige E: „Mama, schneidest du bitte die Rinde weg! Ich mag keine Rinde!“

Ich: „Natürlich mein Schatz!“

Die einjährige Z kommt in die Küche gewackelt und sieht, dass die Mama etwas Eßbares hat. Der Ich-auch!-Effekt setzt ein. Sie will sofort kosten. Ich gebe ihr ein Stückchen Brotrinde.

E sieht, dass Z etwas Eßbares hat. Der Ich-auch!-Effekt setzt ein.

„Ich will auch kosten!“

Sie bekommt auch ein Stück Brotrinde.

Während ich die Brote streiche, mampfen die Kinder neben mir die abgeschnittene Rinde mit großer Begeisterung bis nichts mehr davon übrig ist.

Ich stelle den Teller mit den (fast) rindenlosen Broten auf den Tisch.

E: „Mama! Da ist noch ein Stückchen Rinde dran, das musst du wegschneiden!“

Unabhängig nachgedacht

MitmachBlog

Unabhängig davon, wieviel er* besitzt, ist der Neider doch niemals froh, weil andere noch mehr besitzen

Unabhängig davon, wie satt er* schon ist, frisst sich der Gierige durch das all-you-can-eat Buffet bis ans bittere Ende

Unabhängig davon, wie viel Spielzeug herumliegt, interessant ist doch nur jenes, dass die kleine Schwester gerade in der Hand hält

Unabhängig davon, dass Geld nur leblose Materie und Zahlenspielerei ist, messen wir ihm oft mehr Wert bei als einem Wesen, das fühlen und leiden kann

Unabhängig davon, wie viele Sprachen wir sprechen, wird es doch immer wieder Menschen geben, die uns selbst in unserer Muttersprache unverständlich bleiben

Unabhängig davon, wie laut und gerne wir uns als vernunftbegabt bezeichnen, widerlegen wir uns doch durch unser Handeln ständig selbst


* er/sie 

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„Humor ist …

…, wenn man trotzdem lacht“

heißt ein geflügeltes Wort. Mein Beitrag heute hat mit Humor eigentlich gar nicht viel zu tun, wurde aber von obigem Spruch inspiriert. Meine Abwandlung davon lautet

Tiefschlaf ist, wenn man trotzdem schläft„.

Sie gilt wohl für einige Zugreisende und auch für Babies. Letztere sind die perfekte Zielgruppe für diesen flügellahmen bzw. verschlafenen Wortwitz, der mir kürzlich im Kopf herumflatterte, erstere verpassen dann mitunter ihr gewünschtes Ziel.

Um das Ziel meines Blogeintrages zu erreichen, möchte ich nach ein paar kurzen Vorbemerkungen berichten, was sich hier kürzlich zutrug:

Vorbemerkung Nummer 1: Meine kleine Tochter Z braucht viel Schlaf, auch noch untertags. Das ist auch gut so – für die Entwicklung, für das Wachstum und für die Mama. Allerdings ist es nicht immer möglich eine ruhige Schlafumgebung zu schaffen. Wenn ich Z abends ins Gitterbett lege, wacht sie oft beim leisesten Knarren des Fußbodens auf. Zugegebenermaßen knarrt der Fußboden auch nicht wirklich leise, dafür aber viel und oft und immer wieder überraschend an anderen Stellen.

Vorbemerkung Nummer 2: Wir wohnen nicht gerade in einer Großstadt, es ist also gewöhnlich recht ruhig bei uns untertags, kaum haben alle schul-und arbeitspflichtigen Einwohner die „Schlafstadt“, also das Dorf verlassen.

Vorbemerkung Nummer 3: An der frischen Luft schläft es sich einfach besser.

Kürzlich hatte ich es gerade geschafft, das Kind zu seinem verdienten Vormittagsschlaf im Kinderzimmer bei geöffneten Fenster niederzulegen, schon ging es los:

  • Die Müllabfuhr fuhr vor und holte den Restmüll. Rumpel, rumpel, piep, piep, piep, …Die Mülltonne wurde (verständlicherweise) nicht gerade geräuscharm geleert und an ihren Platz zurückgerollt. Danach trat das orange blinkende Auto dann piepend im Rückwärtsgang den Rückzug an. Und das alles unter dem geöffneten Kinderzimmerfenster! Mama hielt den Atem an und lauschte – kein Mucks aus dem Kinderzimmer!
  • Ein Paketbote fuhr vor. Noch bevor ich hinauslaufen konnte, war er schon wieder weggefahren. Ich suchte also im Garten nach einem Paket, wurde aber erst fündig als ich in den Postkasten sah. Da steckte es also! Und da steckte es wirklich! Ich konnte den Karton beim besten Willen nicht aus dem Postkasten herausziehen. Also fing ich an, die Verpackung im Postkasten zu zerreißen, wobei die dafür vorgesehene Stelle natürlich nicht erreichbar war. Der Postkasten schepperte fröhlich vor sich hin, die Mama werkte als müsste sie Mauern niederreißen und plötzlich fiel ihr ein, dass sich das alles natürlich unter dem geöffneten Kinderzimmerfenster abspielte! Mama hielt den Atem an und lauschte – kein Mucks aus dem Kinderzimmer!
  • Eine andere Müllabfuhr fuhr vor und holte den Plastikmüllsack. Kein rumpel, rumpel, nur piep, piep, piep,Mama hielt den Atem an und lauschte – kein Mucks aus dem Kinderzimmer!
  • Ein weiterer Paketbote fuhr vor. Diesmal lief ich schnell genug hinaus (manche Fahrer hupen ja, um rasch auf sich aufmerksam zu machen), um das Paket persönlich in Empfang zu nehmen. Es hätte sowieso nicht in den Briefkasten gepasst, auch nicht mit Gewalt. Lärmarmer Zwischenfall – kein Problem.
  • Derselbe Paketbote krachte beim Wegfahren in den Betonpfeiler unseres Zauns. Ich lief nochmals hinaus, aber zum Glück war außer einem deutlichen „Klonk “ nichts Gröberes passiert. Wieder im Haus: Mama hielt den Atem an und lauschte – kein Mucks aus dem Kinderzimmer!
  • Eine dritte Müllabfuhr fuhr vor und holte den Papiermüll. (Ja, so ist das bei uns.) Alles weitere wie gehabt: Rumpel, rumpel, piep, piep, piep, … Und das alles unter dem geöffneten Kinderzimmerfenster! Mama hielt den Atem an und lauschte – kein Mucks aus dem Kinderzimmer!
  • Das Postauto fuhr vor. Die Post konnte in dem bereits freigemachten Briefkasten ohne größere Lärmbelästigung eingeworfen werden. Das Postauto wendete wie so oft in unserer Einfahrt – natürlich unter dem geöffneten Kinderzimmerfenster. Mama hielt den Atem an und lauschte – kein Mucks aus dem Kinderzimmer!
  • Ich beschloss, gleich noch das Mittagessen zu kochen, da es ohne ein mal kicherndes, mal raunzendes Kind am Bein wesentlich schneller geht. Ich nahm die Rührschüssel aus dem Schrank und … Aufwachweinen aus dem Kinderzimmer!

 

P.S. Normalerweise bekommen wir nicht so oft Besuch von Paketlieferanten. Das war wirklich ungewöhnlich. Am Nachmittag kam sogar noch ein 4. Zustelldienst! Schnelles Service ist ja toll, aber manchmal kann es auch zu viel sein …

Ein wunderbares Geschenk

Ursprünglich veröffentlicht auf MitmachBlog:
Prolog – Von Hochzeiten und Putzanfällen Zu unserer Hochzeit bekamen wir unter anderem ein Keramik-Service geschenkt. Einige Zeit lang blieb es in einem Karton verstaut im Regal, da in unserer Küche leider nicht (unendlich) viel Platz ist. Dann, eines…