Von fantastischen Ländern, Saucen und Sonderwünschen

Utopia? Fantasia? Nein, Nervia! Das ist wohl das Land, wohin mich manche Menschen gelegentlich mit ihren Wortmeldungen oder ihrem Tun schicken, vermutlich ein heiße Insel, auf der das schicke Nervenkostümchen besonders dünn getragen wird…

Meine Tochter E klimpert am Klavier und singt dazu:

When I’m going on nervia….

Ich: „Meinst du vielleicht If you’re going to San Fancisco?“

Das hatten wir auf der Heimfahrt ein paar Stunden zuvor im Auto gehört.

E: „Nein. Aber das spiele ich als nächstes.“

Dann muss sie wohl wirklich Nervia gemeint haben …



Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man dem Kind nicht mehr verheimlichen kann, dass es Ketchup gibt. Zu gewissen Speisen gehört es für mich einfach dazu. Für die Kinder gibt es dann Kinder-Ketchup, das zumindest von den Zutaten und dem Zuckergehalt her nicht ganz so ungesund scheint wie andere herkömmliche Ketchupsorten. Bei uns zu Hause heißt das Zeug übrigens „rote Sauce“. Ich habe Bekannte, die ersäufen jegliches Essen darin. Der Zweck, den ich dahinter vermute: Essig und Zucker lassen einfach alles gleich (und) gut schmecken. Kaum hat man Blut Ketchup geleckt, stellt sich diese Erkenntnis rasch ein.

Es gibt Reis mit Kürbissauce und Falaffelbällchen. Ob letzteres den Geschmack meiner dreijährigen Tochter trifft, weiß ich nicht, also lasse ich sie kosten. Es trifft ihn nicht, aber sie erklärt mir sofort:

„Wenn wir rote Sauce drauf geben, dann würde es mir schmecken.“



In der Küche. Zeit für eine Jause. Ich streiche Brote.

Die dreijährige E: „Mama, schneidest du bitte die Rinde weg! Ich mag keine Rinde!“

Ich: „Natürlich mein Schatz!“

Die einjährige Z kommt in die Küche gewackelt und sieht, dass die Mama etwas Eßbares hat. Der Ich-auch!-Effekt setzt ein. Sie will sofort kosten. Ich gebe ihr ein Stückchen Brotrinde.

E sieht, dass Z etwas Eßbares hat. Der Ich-auch!-Effekt setzt ein.

„Ich will auch kosten!“

Sie bekommt auch ein Stück Brotrinde.

Während ich die Brote streiche, mampfen die Kinder neben mir die abgeschnittene Rinde mit großer Begeisterung bis nichts mehr davon übrig ist.

Ich stelle den Teller mit den (fast) rindenlosen Broten auf den Tisch.

E: „Mama! Da ist noch ein Stückchen Rinde dran, das musst du wegschneiden!“

4 Gedanken zu “Von fantastischen Ländern, Saucen und Sonderwünschen

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