Kategorie: Blogparade

FreiTag?

Sonntag, ach Sonntag. Früher war das ein Tag zum Ausschlafen, mittlerweile ist er morgens kaum von den anderen Wochentagen zu unterscheiden, da unsere zwei jüngsten Familienmitglieder bereits kurz vor 6 Uhr zu spielen beginnen wollen.

Ja, so war ich auch einmal und irgendwann werde ich Mühe haben, sie überhaupt aus den Federn zu bekommen, also versuche ich das Beste daraus zu machen und einfach den Tag so früh zu genießen wie möglich! Dann halt schon vor 6 Uhr.

So, und da ein Sonntag nicht einfach so daherkommt, sondern sich langsam anschleicht,  schaffe ich jetzt hoffentlich langsam die Überleitung zum Freitag. Der findet ja gewöhnlich vor und dann erst wieder nach dem Sonntag statt, also sozusagen rundherum. Bevor ihr mich nun fragt, ob ich vielleicht meinen Morgenkaffee noch nicht genießen konnte oder etwa zu viel davon getrunken habe, widme ich mich lieber anderen Fragen, nämlich denen der Brüllmaus.

In ihren Freitagsfragen wollte sie von uns folgendes wissen:

  1. Was hoffst Du, einmal geschenkt zu bekommen?
  2. Zum Neujahr ist es Brauch, aber etwas vornehmen kann man sich auch zwischendurch. Welche guten Vorsätze stellst Du Dir für nächste Woche?
  3. Was erhoffst Du Dir für’s Alter?
  4. Die Wahl der Qual: in die Sahara ziehen oder an den Nordpol auswandern?

Meine Antworten könnt ihr euch vielleicht schon denken. Wenn nicht, dann lest doch einfach weiter:

  1. Ein schnuckeliges, windschnittiges Auto (Coupé wäre o.k.) mit richtig viel PS, das selbstverständlich super-öko ist, aber mit dem ich trotzdem alle Drängler weit hinter mir lassen kann, wenn ich will (geschrieben nach einer kurzen Fahrt auf der Autobahn mit der vollgebröselten, halblahmen Familienkutsche)
  2. Nächste Woche? Derselbe Vorsatz wie jede Woche: Gelassen bleiben! Was auch passiert, wie viel ich auch wegräumen, putzen, aufräumen oder aufwischen muss, immer schön gelassen bleiben
  3. Hm? Die Frage ist schwierig. Ab wann fängt das Alter denn an? Ein Alter hatte ich ja genau genommen immer. Und seit ich Kinder habe, fühle ich mich abwechselnd irgendwo zwischen Kindergartenblütezeit (beim Duplospielen und Knetmassefiguren zermantschen), coolen Mitte 20 (wenn ich ohne kleinkindlichen Anhang unterwegs bin) und jenseits jeder Lebensversicherungsstatistiktafel (Sterbetafel klingt so unschön). Letzteres dann vermutlich den Rest der Zeit. Das Alter ist also eigentlich schon ein bisschen angekommen bei mir, auch wenn es sich gerade das beste Alter nennt. Hoffen wir mal, dass wir zwei auch weiterhin gut miteinander auskommen.
  4. Die Frage ist sonnenklar: Zum Nordpol natürlich. Mit sind kuschelige Eisbären definitv lieber als große Spinnen und Skorpione.

So, vielen Dank, liebe Brüllmaus. Das waren interessante Fragen.

Einen schönen Sonntag noch!

Fast ein Wiener Krimi

Für die abc-Etüden hat Pinselfisch für diese Woche drei besondere Worte ausgewählt:

Paradeiser

Schlawiner

Kinkerlitzchen

https://365tageasatzaday.files.wordpress.com/2017/04/2017_18-17_3_drei.jpg?w=805&h=805

Aus diesen 3 Worten in maximal 10 Sätzen 1 Geschichte formen, darum geht es in diesem spannenden Schreibexperiment zu dem Christiane einlädt. 

Das schöne Logo stammt von lz und hat mich sofort angesprochen: geheimnisvoll schwarz-weiß und ein bisschen gemütlich, so wie ein österreichischer Krimi. Zusammen mit den Vorgabewörtern schrieb sich die Geschichte dann fast von alleine.

Zum 1. Mai gibt es also einen kleinen Beitrag über die Sprache und andere Kinkerlitzchen 😉 , welche die Deutschen mit den Österreichern und Menschen überhaupt miteinander verbinden oder aber trennen.  

Hier ist mein fast-Wiener Krimi für Euch:



Der Inspektor hob mit einem angewiderten Gesichtsausdruck, vor allem aber der Spitze seines Kugelschreibers vorsichtig die Serviette in die Höhe, die auf dem Teller lag und schaute vorsichtig auf den Tellerinhalt darunter: Paradeiser und Gurken.

„Gurkensalat mit Tomaten“ sagte seine deutsche Kollegin, die sich neugierig neben ihn gestellt hatte, laut und mit einer Wichtigkeit, als wäre sie die einzige hier im Raum, die es sehen könnte.

„Das heißt nicht Tomaten, sondern Paradeiser“ knurrte der Inspektor leise, aber er wusste, dass es jetzt Wichtigeres zu tun gab, als sich über solche Kinkerlitzchen zu streiten.

Sie nickte nur, völlig ahnungslos darüber, dass der Wiener Kollege gewisse Vorbehalte gegen sie hegte, und posaunte schon bald beinahe fröhlich ihre Vermutung in den Raum, dass das  Mordopfer wohl ein Veganer gewesen sei, da nur Gemüse und verschiedene Getreidesorten in der Vorratskammer zu finden seien.

„Es trifft halt immer die Guten“ schloss sie ihre Theorie ab und blinzelte dem Wiener betrübt mit ihren hellblauen Augen zu.

„Veganer und Deutsche , die machen mir mein Leben schwer“ dachte der dem Fleischgenuss zugetane Inspektor bei sich und spürte ganz leise den Zorn in sich aufsteigen.

„Da hat sich ein Schlawiner so viel Arbeit mit einem Mord gemacht, und dabei wäre der Gemüsefresser sowieso bald verhungert“ sagte er wie beiläufig und widmete sich breit grinsend der Untersuchung der Mordwaffe.

Sie starrte erst ihn und dann das blutige Messer vor ihm auf dem Tisch mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund an.

In Mörder konnte sie sich manchmal hinein denken, aber karnivore Österreicher würden ihr wohl immer mehr als nur fremd bleiben.


abc.Etüden – Grabesstille ist nicht

Heute mache ich zum ersten Mal bei den abc.Etüden mit, zu denen Christiane einlädt. Die vorgegebenen Wörter waren doch zu verlockend, und sich kurz fassen zu können ist eine Königsdisziplin, die ich gelegentlich üben sollte.

Die Spielregeln: Es geht darum, die folgenden 3 Wörter in einer Geschichte unterzubringen, die maximal 10 Sätze umfasst.

Duschvorhang
Leichenschmaus
Frühlingsgefühle

Also, los geht’s:


Grabesstille ist nicht

Er saß im Garten und sah den Ameisen bei der Vorbereitung zum  Leichenschmaus zu. Ein Regenwurm wurde vor Ort portioniert und dann in kleinen Stücken in den Bau getragen.

Diese winzigen Tiere hatten eine bewundernswerte Arbeitsdisziplin. Die fehlte ihm gerade völlig, denn die jedes Jahr wiederkehrenden Frühlingsgefühle legten ihn lahm.

Es waren leider nicht die Gefühle der guten Art. Vielmehr eine schreckliche Gereiztheit wegen der ständigen Kopfschmerzen bei den häufigen (April)wetterwechseln und dann noch die Frühjahrsmüdigkeit.

Was er jetzt brauchte war Ruhe, völlige Ruhe, Grabesstille.

In einem fast transparenten Kleid trat sie aus dem Haus und winkte ihm entzückt zu.

Mein Gott, heute trägt sie einen Duschvorhang!“ dachte er entsetzt und das schmerzhafte Pochen in seinem Kopf wurde schlimmer.

 

Wenn der Postmann 2x klingelt – die #muddimutation

Blasmusikkapelle, Faschingsgilde? Fehlanzeige. Ich bin weder da noch dort Mitglied, und von beiden kein wirklicher Fan. Daher kenne ich Paraden fast nur aus dem Fernsehen – Macy’s Thanksgiving Day Parade kommt ja schließlich in jeder guten amerikanischen Sitcom einmal vor, und wenn auch nur in Form eines aufgeblasenen Riesenkatzen-Manga-Superhelden-Dings, das sich losgerissen hat und am Fenster vorbeischwebt.

Doch heute mache ich auch einmal mit, denn ich brauche mich dazu noch nicht einmal hübsch zu machen (das Projekt müsste nach der Vorstudie sowieso wegen Aussichtslosigkeit abgebrochen werden) oder hinauszugehen.

Statt umtata-taub herumgeschubst zu werden und auf nicht körpergeruchsfreier Tuchfühlung mit völlig fremden Menschen mir die Füße in den Bauch stehen zu müssen, sitze ich halbwegs bequem vor meinem PC. Also, es könnte schon noch bequemer sein, aber das liegt vor allem an der Katze, die sich neben mir im Sessel breit macht. Sie hat ausreichend Platz. Ich? Na ja, ich will nicht jammern, nicht darüber zumindest.

Anna von never looked so beautiful hat eine Blogparade ins Leben gerufen:

 

#muddimutation: „Erzählt mir wie ihr zum Muttertier mutiert seid und welche Veränderungen, Eigenschaften und Marotten zum festen Bestandteil Eures Muddidaseins geworden sind.“

 

Seit ich davon gelesen habe, grüble ich, was meine Top 10 Veränderungen sind, seit ich Mutter (Mama, Muddi) wurde.

1. Mein Briefträger und ich – eine neue Beziehung 

Ich bin sehr viel allein zu Hause während mein Mann in der Arbeit ist. Das Verhältnis zu meinem Briefträger hat sich dadurch deutlich intensiviert. Also, ich habe mittlerweile 2 Kinder und der Briefträger hat mich auch schon halbnackt gesehen. (mehr …)