Monat: Januar 2016

Schulmedizin und Hausverstand (Das Telefonat)

Einige Monate nach Zs Geburt musste ich mit der Kleinen zu einer Ultraschalluntersuchung ins Krankenhaus. Schon die Terminvereinbarung stellte sich als schwierig heraus. Der Termin selbst machte dann Folgeaktivitäten notwendig, wodurch ich noch weitere kurze Einblicke in die Untiefen unseres modernen Gesundheitssystems bekam. Doch vor allem verhalf mir meine Stilldemenz an ihrem Gipfelpunkt zu einem „new personal low“. Aber von vorne:

Frühling: Terminvereinbarung

Gleich nach der Geburt wurde mir vom Kinderarzt empfohlen Z nach drei Monaten wegen einer Auffälligkeit an einem Organ nochmals untersuchen zu lassen. Da ich das Glück habe am Land zu wohnen, also inmitten von viel Grün, erfrischendem Güllegestank im Sommer und rußig braunen Kohlenmonoxidschwaden aus den Rauchfängen der lieblichen Einfamilienhäuser im Winter, habe ich auch das Privileg ohne Infrastruktur vor Ort auskommen zu dürfen. (mehr …)

V wie …

Lehrerin: „Kann jemand einen Satz mit vegan bilden?“

Fritz meldet sich: „Am Weg an der Donau joggt eine Frau.“

Lehrerin: „Nein, Fritz. Vegan. Das bedeutet tierleidfrei und …“

Fritz: „Ach so!“ Denkt kurz nach. „Am Weg an der Donau läuft eine glückliche Sau.“ (mehr …)

Alles wie immer

Wann ist es Zeit zu gehen?

 

Wenn sie A sagt, will er B,

wenn er sie berührt, tut es ihr weh.

Wenn er redet, geht sie hinaus,

wenn sie erzählt, hält er es nicht aus.

 

Hört sie Musik, macht er großen Krach,

legt er sich schlafen, liegt sie stundenlang wach.

Sie zieht die Hand weg, wenn er danach greift, (mehr …)

Ich und Es

Es weint und es schreit, es schreit und es weint.

Durch die Geburt getrennt, durch die Geburt vereint.

Es ist noch so zerbrechlich, es ist noch so schwach.

Ich tröste es leise und bin ständig wach.

 

Mein Ich rebelliert, mein Ich fordert Zeit. (mehr …)

Schulmedizin und Hausverstand (Das Geständnis)

Der Genpool – mein Mann, die Schwiegermutter und andere Kranke

E ist krank

Vor ein paar Tagen war es soweit. E brachte aus dem neuen Kindergarten statt der ersten neuen Freunde eine ordentliche Vireninfektion mit nach Hause. Neues Jahr, neuer Kindergarten, neue Viren. Hurra!

Ich blieb mit dem Baby zu Hause und mein Mann ging mit E zum Arzt. Diesmal durfte sogar ihr Lieblingsstofftier mitkommen. Der Arzt ist als dreifacher Vater zum Glück erfahren in der Untersuchung von tapferen Begleitern aus der Spielzeugabteilung. Nachdem er den Stoffvogel abgehorcht, „AAA“ sagen hatte lassen und als gesund diagnostiziert hatte, traute sich auch unsere Tochter den Mund aufzumachen.

Sonst ist sie ja nicht so schüchtern und verschreckt, aber seit kurzem machen ihr Ärzte doch leider Angst. Sogar so viel, dass sie sich noch zu Hause vor Aufregung übergab. Während des Anziehens fragte meine Tochter kindlich neugierig, wie sie es immer tut wenn wir aufbrechen wollen, „Wo gehen wir denn hin?“. Meine ehrliche Antwort führte dazu, dass sich das eben erst eingenommene Frühstück unvermittelt als Schwall über mich und ihre gesamte Kleidung ergoß. Also musste ich Strumpfhose (die ultimative Winterherausforderung für Eltern von Kleinkindern), Pullover und Schianzug, all die Sachen, in die ich sie gerade erst mühsam hinein gesteckt hatte, wieder vorsichtig herunterschälen, selbst rasch eine andere Hose anziehen, Vorzimmerboden notdürftig aufwaschen und dann das Kind in einer eilends zusammengewürfelten zweiten Garnitur Wintersachen mit dem Mann losschicken.

Diagnose: richtig krank, so ein Infekt geht halt gerade um. Wir liegen also voll im Trend. Nochmals, Hurra!

Wer noch ein bißchen mehr zum Thema E, ihr Plüschliebling und Arztuntersuchungen erfahren will, kann auch hier einmal reinschauen. (mehr …)

Mein Mann, das Opossum und andere Tiere

Grosses Kino für Kleine oder umgekehrt?

Kennt noch jemand „Over The Hedge“? Zumindest den ersten Teil? O.K., es ist – eine kurze Google-Suche verrät es – bereits fast 10 Jahre her, dass es im Kino lief. Für solche Filme aber brauchte man noch gar keine eigenen Kinder zu haben, es machte auch als DINK [double income, no kids] Spaß solche Filme zu sehen. Und wem es doch peinlich war, in der Nachmittagsvorstellung unter den vielen frechen Gschrappen [Wienerisch für kleine Kinder] zu sitzen und durch die eigene Anwesenheit den Altersschnitt in fast methusalemische Höhen zu treiben, der konnte sich ja mit Alibi-halber-ausgeborgten-Nichten/Neffen/Patenkindern umgeben. Oder man wartete auf die DVD release. Heute können sich Erwachsene jeden angeblich für Kinder designten 3D Klamauk ansehen, und müssen dafür noch nicht einmal die eigenen vier Wände verlassen. Prinzipiell gilt: „in OV geschaut“ ist es sowieso ein Bildungsbeitrag. (mehr …)

Wut(der)Worte

Was wütet in dir?

Was treibt dich an?

Nur Worte sind es,

ziehen dich in den Bann.

 

Warum quälst du dich?

Silben schneiden ins Herz.

Der Moment, er erstarrt

und Schmerz gebiert Schmerz.

 

Du schreist alles hinaus,

Wände brüllen zurück.

In dröhnender Stille

zerbrichst du, Stück für Stück.

 

Du bist längst verstummt.

Das Leid setzt sich fort.

Seelen zerbersten

an einem einzigen Wort.