Monat: Juni 2017

Hoch motiviert – ein Hoch auf die Motivation

Mein Motivationshoch habe ich gewöhnlich morgens (außer es ist ein ganz nebeliger Tag, oder Föhn oder ich bin mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden). Wie ein Schirennen startet es ganz oben, voller Schwung, macht ein paar Wendungen und wird zunehmend träger. Kurz vor dem Ziel gibt es noch einmal alles und kaum im Ziel, ist die Luft raus. Verschnaufpause. Bis zum nächsten Rennen.

Warum bin ich stets motiviert metaphorische Bäume auszureißen bis die Kinder im Bett sind? Dann, genau dann, wenn endlich Zeit ist, all das zu tun, was ich tun wollte, legt sich auch die Motivation schlafen und murmelt nur noch leise: „Morgen ist auch noch ein Tag…“

hochhaus
Nicht nur Wünsche und Träume wachsen in den Himmel

Der Traum vom Höhenflug

Schon als kleiner Bub hatte er zum Vogelnest im Baum hinauf gesehen und sich gewünscht, auch er dürfte die Welt von oben kennenlernen.

In luftigen Höhen geboren, ist der erste Auftritt vor der Welt ein Sprung in den Abgrund.

Wie herrlich stellt er es sich vor, wenn man die Flügel ausbreitet und sich mit dem Wind treiben lässt, höher und immer höher, in den Himmel hinauf.

Oder aber geht es hinunter Richtung Erde, schneller und immer schneller?

Wie ein Stein rast er auf den Boden zu, weil die Federn nur Flaum sind und die Ärmchen, die panisch, aber sinnlos in der Luft rudern, noch keine Kraft haben.

Er schreckt hoch und wischt sich den Schweiß von der Stirn.

Müde und etwas zittrig vom Albtraum steht er auf, um sich ein Glas Wasser zu holen.

Als er am Spiegel vorbeikommt, sieht er aus den Augenwinkel etwas Dunkles auf seinem Rücken.

Mit der rechten Hand tastet er die Schulterblätter ab und seine Fingerspitzen berühren etwas Weiches, Flaumiges.

Erschrocken schaltet er das Licht im Schlafzimmer ein und stößt einen leisen Schrei aus.


Und noch eine Geschichte zur Schreibeinladung von Christiane. Die Wortspende zu den abc-Etüden kommt diesmal von Karin.

Muss das sein?

Ursprünglich veröffentlicht auf MitmachBlog:
Wie viel Drama ist vor dem Frühstück eigentlich normal? Mit Drama meine ich jetzt nicht Seifenopern, die man sich bingemäßig über Videostreamingkanäle reinziehen könnte, sobald man morgens die Augen aufschlägt, sondern echte Tränen, reale Wut und Verzweiflung – live,…

Augenblicke der verANTWORT?ung

Das Leben besteht aus Augenblicken. Die meisten vergehen einfach, ziehen vorüber wie Nebelfelder, die sich rasch auflösen. Dreht man sich um, um sie nochmals zu betrachten, ist nichts mehr von ihnen übrig. Manche Augenblicke erleben wir intensiv und nachhaltig. Dann dauern sie scheinbar ewig oder zumindest ewig nach.

Der Augenblick als Mutter, in dem du erkennst, dass du dein Kind nur trösten kannst, aber nicht vor allem Übel und Schmerz behüten.

Der Augenblick als Tochter, in dem du erkennst, dass du es nun bist, der sich um deine Mutter kümmern muss und nicht umgekehrt.

Der Augenblick als Freundin, in dem du nur schweigend an einem Grab stehst und dir die Welt noch ein bisschen ungerechter als sonst erscheint.

Der Augenblick im Arbeitsleben, wenn du das Gefühl hast, in eine Sackgasse geraten zu sein.

Der Augenblick, in dem du entscheiden musst, ob dein Haustier Erlösung braucht oder eine zweite Chance.

Das Leben besteht aus Augenblicken. Jene, die nachhallen, mögen einzigartig sein, nicht immer sind sie schön. Augenblicke sind kostbar. Vielleicht sollten wir die unauffälligen mehr genießen.