Monat: August 2016

Worüber man besser nicht spricht, niemals, überhaupt nie, gar nicht, auf keinen Fall

MitmachBlog

Da ist man froh, die Pubertät mit ihren ganzen Peinlichkeiten überstanden zu haben und allmählich ein Leben frei von eingebilden und lächerlich ernsthaften Ängsten bezüglich des Ansehens unter Gleichaltrigen führen zu können, weil die  ganze Teenie-Cliquen-Peer-Pressure-Sache langsam in weite Ferne rückt. Im gesitteten bis langweilig anmutenden Erwachsenenleben (aus Sicht des noch in mir schlummernden jugendlichen Ichs) sinkt die Gefahr rapide, wegen des falschen oder fehlenden Modelabels zum totalen Außenseiter oder Mobbingopfer zu werden. Und dann wird man eines Tages Eltern und die Sache mit den peinlichen Bemerkungen geht erst so richtig los!

Ab diesem Moment hat man sie nicht einmal mehr wirklich selbst in der Hand, die Quellen der Blamagen, denn der liebe Nachwuchs plaudert schneller als es jede elterliche Zensur unterbinden kann. Und er plaudert frei von der Leber weg – über alles. So geschehen neulich auf einer Grillparty:

Unter den Anwesenden waren ein 5-jähriger Bub und eine recht…

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Neulich beim Einkaufen (Ausdrucksweise)

Man fragt sich ja gelegentlich, wo der werte Nachwuchs eigentlich seine Ausdrucksweise her hat. Ab und zu erkennt man sich sprachlich 1:1 wieder. Dann denkt man eventuell darüber nach, seit wann man selbst so klingt oder von wem man es selbst übernommen hat.

Und dann gibt es die Momente, in denen man einfach nur ratlos ist, was das Kind – kaum ist es der Sprache mächtig – da von sich gibt und vor allem wie …

Ein Beispiel :

Wir beschlossen, für Z eine elektrische Zahnbürste zu kaufen. Die neue ist zufällig rosa mit Prinzessin-Motiv, damit sie sich von jener der großen Tochter unterscheidet. (Die Auswahl an guten elektrischen Kinderzahnbürsten ist designmäßig nicht überwältigend groß: Mädchen – rosa, Buben – irgendetwas mit Autos, neutral – Tiere.)

Rasch wurde dann im Familienrat, auf dringliche Anfrage der größeren Tochter E, beschlossen, dass E die neue Bürste bekommen wird und Z die alte übernimmt (natürlich mit frischem Bürstenkopf), da es der Kleinen noch herzlich egal ist, wie die Bürste aussieht. Die Freude bei unserer 3-jährigen war unbändig. Im Originalton klang das dann so:

„Ich kann es gar nicht erwarten die Zähne zu putzen! […] Meine neue Zahnbürste – oh Jubel, welch Segen! „

Doch so ein frohlockender Engel ist sie nun (leider) auch wieder nicht immer. Anderntags hatte sie der kleinen Schwester weh getan. Nach einer Auszeit im eigenen Zimmer wollte sie sich dann bei Z entschuldigen. Das tat sie dann so herzlich, dass der Ärger bald verflogen war. Als wir bald darauf gemeinsam das Haus verließen, um einkaufen zu gehen, meinte E dann noch reumütig und „überehrlich“:

„Z, du bist so süß! Ich will dir kein Leid mehr antun bis heute Abend!“

 

 

Abklatschen

Ursprünglich veröffentlicht auf MitmachBlog:
Diesem Beitrag möchte ich eine kurze Anmerkung vorausschicken: Der Themenvorschlag „Klischee“ stammte von mir. Jenen, denen das Thema gar nicht zusagen sollte, muss ich daher gestehen, dass es ein kleines bisschen meine Schuld ist, dass wir uns diese Woche…