Unsere Welt wird derzeit von einem kleinen Drachen und seinen Freunden bestimmt. Eltern mit Kindern nicken wahrscheinlich schon jetzt wissend – es handelt sich um Kokosnuss.

Der kleine Drache ist wirklich recht liebenswert und deshalb führen wir uns alle seine Bücher und auch die CDs zu Gemüte. Wobei wir über die Einstiegsdroge Buch zu diesen Fantasieabenteuern gekommen sind. Die Kinder entdeckten dann nach einiger Zeit auch die CDs dazu in der Bücherei. Und nun kommen wir alle nicht mehr davon los (mehr oder weniger freiwillig – je nach Altersgruppe) – wie es halt so ist mit den Süchten. Tatsächlich mag ich die meisten Abenteuer auch, weil sie tatsächlich unterhaltsam und kurzweilig sind, obwohl ich sie nicht unbedingt alle 953 Mal gelesen haben müsste, aber Kinder haben in dieser Beziehung offenbar kein Sättigungsgefühl. Wobei die „Große“ mittlerweile schon eine Gangart raufschaltet und auf die Bibi Blocksbergsabenteuer abfährt. Und damit sind wir auch schon mittendrin im Schlamassel.

Alle meine geschätzten Leser aus Deutschland bitte ich um Verzeihung in Bezug auf das Thema meines heutigen Beitrages, aber ein „Kinder, macht mal nicht mehr so lange!“ das geht einfach nicht. Wir Österreicher sind keine Macher, wir tun, obwohl man tun nicht tut. In Gesprächen mit kleinen Kindern verwendet man das Wörtchen „tun“ tatsächlich so oft, dass es einem irgendwann schon selbst bei den Ohren heraus kommt. Bei uns würde man sagen: „Bleibt nicht zu lange auf!„, „Geht endlich schlafen!„, oder kurz und prägnant: „Schluß jetzt!„, aber da kommt nirgends ein Machen vor.

Das allgegenwärtige „Guck mal!“ – das auf den CDs eher wie „kuck mal!“ klingt – ist in meinen Breitengraden durch ein Schauen zu ersetzen. Wir schauen, wir gucken nicht, wir gehen statt zu laufen. Österreicher sind gemütlichere Menschen.

Wenn die Augen der Kinder groß werden, wenn man ihnen erklärt, dass eine Pfannkuchentorte aus Palatschinken besteht und enttäuscht jammer, wenn es statt dem versprochenen Rührei eine Eierspeise gibt, dann fragt man sich schon, ob man alle Bücher zensurieren muss. Wobei, das tue ich eigentlich sehr oft, aber von den CDs erfahren die Kleinen die ungeschminkte deutsche Wahrheit und beim nächsten Mal Vorlesen rufen sie dann im Chor: „Es heißt gebongt, nicht abgemacht!

Alles schön und gut, aber ein „Manno!“ kommt mir schon nicht in die Tüte. Wobei es die bei uns ja sowieso nicht gibt – außer am Christkindlmarkt für die Maroni und die Braterdäpfel (aka Bratkartoffel). In Österreich packt man seine Sachen in Sackerl ein und was nicht rein kommt, das bleibt eben draußen – basta!

Das „Manno!“ ist wirklich die Höhe. Das tut mir in den Ohren genauso weh wie seinerzeit mein „Tschüss!“ für meine Tiroler Mutter, die mit einem bodenständigen „Pfiati!“ aufgewachsen ist.

Nun denn – tschüss dann, bis zum nächsten Mal!