Schlagwort: Österreich

Mysteriöses Waldviertel

Fast mysteriös wie manche Awards im Bloggerversum plötzlich wie kleine Supernovas (oder sind die per se alle gigantisch?) aufleuchten. Wie ihr helles Strahlen viele in ihren Bann zieht und die Blogger mit funkelnden Augen beglückt nach den Sternen greifen lässt.

Auch ich greife danach und vor allem die Fragen von Vro jongliert gerne auf, weil ich nicht nur ihren Blog sehr schätze und gerne lese, sondern auch Vros Fragen als sehr inspirierend empfinde. Danke dafür gleich vorab!

 

mystery-blogger-award-logo

The Mystery Blogger Award hat – so wie es für Bloggerawards üblich ist – einige Regeln, die es abzudrucken gilt:

Über/About

This is an award for amazing bloggers with ingenious posts. Their blog not only captivates, it inspires and motivates. They are one of the best out there, and they deserve every recognition they get. This award is also for bloggers who find fun and inspiration in blogging and they do it with so much love and passion.

Okoto Enigma is the creator of the award. To motivate the Blogger please do visit her blog.

Die Regeln/The Rules of the Award

  • Put the award logo/image on your blog. | Übernehme das Logo in deinen Blog.
  • List the rules. | Liste die Regeln auf.
  • Thank whoever nominated you and provide a link to their blog. | Danke der Person, die dich nominiert hat, und füge einen Link zu ihrem Blog bei.
  • Mention the creator of the award and provide a link as well. | Nenne die Urheberin des Awards und füge ebenfalls einen Link bei.
  • Tell your readers 3 things about yourself. | Erzähle den Lesern drei Dinge über dich.
  • You have to nominate 10 – 20 people. | Nominiere 10 bis 20 Personen.
  • Notify your nominees by commenting on their blog. | Informiere die Nominierten, indem du in ihrem Blog kommentierst.
  • Ask your nominees any 5 questions of your choice; with one weird or funny question (specify) | Stelle den Nominierten fünf Fragen deiner Wahl; eine davon sollte seltsam oder lustig sein.
  • Share a link to your best post(s). | Teile einen Link zu deinen besten Posts.

Und wie es bei Blogger-Awards üblich ist, muss man sich an nichts davon halten, weil jeder Blog sein eigenes kleines Universum ist. In Österreich sind wir jedoch ganz groß in Kompromisslösungen („nicht Fisch, nicht Fleisch“ – müsste eigentlich fast schon vegan sein, hoho!), also werde ich die Regeln „ein bisschen befolgen“.

Drei Dinge über mich

Seit ich Kinder habe, bin ich nicht mehr mein größter Fan. Ich teile mir diesen Titel nun mit zwei entzückenden Mädchen, deren „Lieblingsmama“ ich bin #luckyme! Früher war ich selbst – gezwungenermaßen – mein größter Fan, wobei ich mir selbst ziemlich auf die Nerven gehen kann, aber mit mindestens zwei zugedrückten Augen lässt sich über alle Fehler großzügig hinwegsehen.

Ich benenne Plüschtiere und Puppen, wenn sie bei uns einziehen, weil man dadurch seine Kreativität ausleben und eine persönliche Beziehung zu ihnen aufbauen kann (ja, ja, ich habe nicht viele echte Freunde *hust*). Vor kurzem musste ich dieses Privileg jedoch an die jüngere Generation im Hause abtreten. Wir haben nun ein Plüschpony namens Julia und eine Barbie, die Anna heißt.

Ich konnte schon als Kind rosa Prinzessinnenträumereien nicht nachvollziehen. Daraus lässt sich ableiten, dass meine Kinder sehr stark durch ihre (Kindergarten)umgebung sozialisiert werden und nicht nur ein Produkt meiner (großartigen) Gene sind. Solche pseudowissenschaftlichen Forschungen betreibe ich auch schon seit Kindheit mit großer Begeisterung und deutlicher kleinerer Geduld. Die Lösung für das Rätsel der verschwundenen Schiffe und Flugzeuge im Bermudadreieck verrate ich euch aber doch erst ein anderes Mal!

5 Fragen von Vro

  • Macht es Sinn, darüber nachzudenken, wie lange es die Erde noch gibt, bevor sie von der Sonne verdampft wird?

Dieses Endszenario habe ich mir noch gar nicht überlegt. Mir erscheinen andere, durch den Menschen verursachte dystopische Zustände jedenfalls wesentlich naheliegender und fataler – zumindest für das irdische Leben in der jetzt bekannten Form. Über ein natürliches Ende unseres Planeten nachzudenken empfinde ich daher eher als reine, wenn auch interessante Gedankenübung.

  • Kommen dir an kalten trüben Herbst- und Wintertagen manchmal Zweifel, ob es jemals wirklich wieder Frühling wird?

Im Herbst noch nicht. Aber Ende des Winters schon, wenn der Schnee längst weg oder nur noch in schmutzigen Haufen neben der Straße liegt, kahle Baumgerippe in den grauen Himmel ragen und die Grünflächen alles andere als grün und lebendig, sondern nur voller Kies und achtlos weggeworfenem Müll sind.

  • Wofür bist du deinen Eltern dankbar?

Dass sie sich gefunden haben, sonst gäbe es mich in der einzigen mir bekannten Form ja gar nicht. Und noch für einiges andere.

  • Wo verbinden sich bei dir Sinneseindrücke mit Erinnerungen?Lass es mich so erklären: Wenn ich Cornflake Girl von Tori Amos höre, denke ich automatisch an Der Herr der Fliegen, das ich damals gelesen habe, als ich ständig das neu gekaufte Album Little Earthquakes im Hintergrund laufen ließ.

Ah, Cornflake Girl! Was für ein toller Song. Ich habe zum Beispiel eine Australien-Outback Reminiszenz bei dem Song „Free Falling“ und überhaupt verbinde ich ganz viele Lieder mit gewissen (gefühlt eine Ewigkeit zurückliegenden) Lebensabschnitten. Es sind nicht unbedingt immer konkrete Momente, sondern eher ganze Episoden inklusive Erinnerungen an die Menschen und die Dinge, die mir damals wichtig waren. Melancholie trägt ja fast das Wort Lied in sich. Ich finde das sehr passend, obwohl das Gefühl vielleicht sogar noch näher der Wehmut ist, welches mich bei vielen Songs in meine eigene Vergangenheit reisen lässt, weil es ein süßlicher Schmerz ist, der lächelnd dem Nichtmehrseienden dankbar dafür, dass es einmal war, nachtrauert.

  • Die verrückte Frage: Stell dir vor, du sitzt wie die Müllerstochter aus dem Märchen in einem Raum voll Stroh und hast ein Spinnrad vor dir stehen. Du kannst alles daraus spinnen, was du magst. Das Rumpelstilzchen brauchst du nicht. Aber wenn das Stroh versponnen ist, dann ist es vorbei. Was spinnst du aus dem Stroh? Gold? Träume? Wünsche? Frieden? Einfach nur Garn?

Großartige Frage! Ich würde ganz sicher kein einfaches Garn, auch kein goldenes daraus spinnen, weil ich es danach ja noch irgendwie weiterverarbeiten müsste und da stoße ich dann ganz schnell auf die fehlende Freude am Handarbeiten bei mir. Also nichts in der Richtung. Den Vorschlag „Träume“ finde ich da schon viel reizvoller. Aber wie wäre es denn mit geschichtlichen Filmchen oder so etwas wie Kurzbesuchen in der Vergangenheit. Je eine Spule für eine Epoche. Da kann ich dann ohne direkt durch die Zeit reisen zu müssen aus sicherer Position heraus betrachten, wie die heutige Zivilisation entstanden ist.

So, das war es auch schon wieder. Keine eigenen Fragen, keine Nominierungen – das hole ich dann demnächst nach, wenn ich die Fragen der Koriander-Madame beantworte, was auch schon höchste Zeit wird.

Zu guter Letzt noch ein

Link

zu einem Blogpost – jedoch keinem von mir, sondern einem sehr berührenden von Vro, den ich neulich erst entdeckte. Der passt gerade ganz treffend in die Zeit, wo langsam wieder die Pelze aus den Schränken hervorgekramt werden: Keine Gute Nacht Geschichte. Das solltet ihr unbedingt lesen!

wolkenwaldviertel
Im Waldviertel  ist man den Naturgewalten ein Stück näher
baerimwasser
… und bei Zwettl gibt es sogar noch Bären – gerettete

 

 

Unfassbares Wien

Wien hat viele Gesichter. Morgens vor 8 ein anderes als abends. Immerhin das haben die Stadt und ich gemeinsam.

Vor 8 Uhr gibt es nur schweigendes Geschiebe. Raus aus dem Zug, die Treppen hinunter. Direkt vor dem Zeichen „Rauchen verboten“ hockt einer am Bahnhof und raucht. Ignorant unter Ignoranten. In den Geschäftslokalen, hinter halb geöffneten Türen, werden Waren eingeräumt. Stille Geschäftigkeit, geübte Handgriffe, stumme Blicke. Kein Aufkleber für die Öffnungszeiten. Statt Türen nur noch Glasfronten.

Blinde Transparenz. Alle sehen dich, keiner sagt etwas. Endlich das klärende: „Noch geschlossen“. Warum nicht gleich? Glotzen ist billiger. Billig ist gut, ein ungesundes Credo unserer Zeit.

Ein übergewichtiger Bettler sitzt am Ende der Stiegen, das Schild „Ich habe Hunger“ vor dem gewölbten Bauch. Schlangen vor den Fress-, Verzeihung, Imbissständen ringsum.

Jetzt is hocknstad, die först Ledi!“ sagt mir ein Wiener mit süffisantem Grinsen. Ich habe nicht gefragt, er wollte es mich trotzdem wissen lassen. Die Titelzeile seiner Gratiszeitung hatte es mir schon verraten, als ich vorbeiging. Heute besser etwas weiter vorne auf die U-Bahn warten. Ungefragt Mitteilungsbedürftige sind mir suspekt. Blogger teilen sich gerne ungefragt mit. Sollte mir das zu denken geben? Für Selbstkritik ist es am Tag noch zu früh und im Leben schon bald zu spät. Also nur eine Feststellung: Blogger sind die komischen Käuze der digitalen Welt.

Hocknstad, was für ein Wort. Klingt seltsam auf den ersten Blick. Doch Blicke klingen nicht, sie erheben oder senken sich, weichen aus, besonders in der Großstadt. Augen zu und durch. Auch in der Hocknstad gibt es das. Herumhocken, weil man keine Arbeit hat, keine findet, manchmal nicht einmal mehr eine will. Doch mit dem Kauern hat es gar nicht so viel zu tun. Mit der Hacke (Hockn), dem Beil, schon. Letztere schwingt man schweißtreibend zum Wohlstand der Gesellschaft. Seinen Arbeitsbeitrag leisten mit der eigenen Hockn. Das tun die Fleißigen, besonders die Henker. Die Henkersmahlzeit bekommt ein anderer. Irgendwie seltsam.

Die, die hocknstad sind, können sich oft noch so abgfrettn (plagen), sie bleiben hocknstad und bilden schon fast einen eigenen Stand. Ständestaat? Lange ist es her, seit stati im Deutschen „ohne“ hieß. Ohne Hockn (also Arbeit) sein, da muss man erst einmal schlucken und wird still. Geschluckt wird überhaupt desto mehr, je mehr Zeit man hat, Selbst die Wiener Tschecheranten anglisieren heute gerne.

Wer ist also die first lady in Österreich? Statt der FLOTUS (first lady of the United States) könnten wir uns einer FLOA rühmen. FLOA? Boah! Der POA mit seiner FLOA. Dem Akronymwahn sei Dank. Doch eigentlich konnten es die alten Habsburger auch schon. In Österreich steht A.E.I.O.U. für mehr als nur die Vokale im Alphabet.

Womit wir beim Familiensilber angekommen wären. Edelmetall aus den Kolonien. Tu felix Austria! Vor dem Agententum des Dritten-Mann-Ru(h)mmels führte das Argentum zu wilden Verfolgungsjagden. Argyrie aber ist nicht die Gier nach Silber. Oder doch ihr trauriges Ergebnis?

Ein Blauer läuft zur U-Bahn. Gesinnungsmäßig tun das wahrscheinlich viele. Seine Haut aber glänzt wahrhaftig blau-silbern. Ein Alien? Ein Schauspieler? Ich glotze. Glotzen kostet ja nichts.  „Bitte zurückbleiben!“ hieß es eine Zeit lang bei den Wiener Linien. Politisch zu inkorrekt oder vielleicht zu zutreffend? Die Zurückgebliebenen haben meistens das Nachsehen. Wer die U-Bahn versäumt, kann ihr auch nur noch nachschauen. „Steigen sie nicht mehr ein“ tönt es neutral aus dem Lautsprecher, der Blau-Silberne springt in den Waggon.

Eine Radrikscha fährt an mir vorbei. Ich kann das seltsam verfärbte Gesicht nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

wiensonne

Pardon, verwählt!

Ein paar Tage vor der österreichischen Nationalratswahl geht einem so manches durch den Kopf – vom Fernseher bei einem Ohr rein und … dann setzt es sich fest in den Hirnwindungen und man fängt sich an zu fragen: „Halten die (meisten Politiker) uns eigentlich alle für dumm?

Erkenntnisse aus gefühlten einer Zillion TV-Konfrontationen und Elefantenrunden:

  1. Wer Farbe bekennt, kann trotzdem farbenblind sein
  2. Ein frisch glänzender Anstrich ist manchmal nur Tarnung
  3. Täusche dich nicht, wenn alle Kandidaten behaupten, die anderen würden nur lügen, dann sagen sie ja doch auch einmal die Wahrheit
  4. Es ist nicht wichtig, ob sie sagen, was du hören möchtest, es zählt letztendlich nur, was sie tun
  5. Ein Wahltag ist wie der Horizont – da trifft das Blaue vom Himmel auf die harte Realität
  6. Jedes Kind lernt: „Was man verspricht, muss man auch halten“ – Nur die Politiker haben noch nie davon gehört
  7. Wie lange könnte man wohl eine Kleinstadt beleuchten, wenn man die Energie aus den Handgesten der Spitzenkandidaten in Strom verwandeln könnte? (#klimakatastrophe-politisch-verhindert)
  8. Sinnerfassendes Zuhören, eine Kunst, die an Politikern einfach abperlt – die sagen  sowieso nur das, was sie ohnehin sagen wollten; die Frage des Moderators/Interviewers dient nur dem Luft holen
  9. TV-Duelle heißen so, weil sie, wie die klassischen Duelle im Morgengrauen, dem Zuseher einen Schauer über den Rücken jagen, während er klare Konturen in der  dicken Nebelsuppe (aus dunklen Machenschaften, hanebüchenen Behauptungen und falschen Anschuldigungen) zu erkennen versucht
  10. a) TV-Konfrontationen, die man gerade von Anfang bis Ende verfolgt hat, müssen im Anschluss daran dem Zuseher noch einmal von (selbst ernannten) Experten zusammengefasst, erklärt und „analysiert“ werden; im klassischen Drama traute man dem Publikum noch zu, die gezeigte Handlung selbst zu verstehen b) Botenberichte wurden damals nur dann eingebunden, wenn sich eine Handlung abseits der Bühne abspielte, die dem Publikum verborgen blieb. Ich werde das Gefühl nicht los, es muss mehr hinter den Kulissen stattfinden als davor. Aber vielleicht ist das auch gar nicht nur ein Verdacht.
  11. Pflichtlektüre für Politiker sollte sein: „Der Hirtenjunge und der Wolf“ mit der Moral: Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht. Aber die Vergessenskurve ist eine steile, einmal ist keinmal und überhaupt ist alles nur eine große Verkaufsshow. Leider soll meist der Wähler für blöd verkauft werden
  12. Ein Wahlzettel ist kein Lottoschein; auch „Augen zu und durch“ oder die Schiffchen-versenken-Glückstreffermethode gelten nicht; Garantie für das, was man wählt, gibt es trotzdem keine
  13. Kauft nicht die Katze im Sack, das ist kein physikalisches Gedankenexperiment – wir müssen mit dem Ergebnis dann jahrelang leben (ergo: die Katze im Sack ist sicher nicht tot, aber ob sie eine wilde Bestie oder ein sanfter Stubentiger ist, wird sich erst zeigen), also Hirn einschalten und trotzdem wählen gehen
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KATZE IM SACK – hier definitiv ein Stubentiger. Aber Achtung: Er hat es faustdick hinter den Ohren!