Vro-hes Jonglieren mit Fragen

Fällt das Bloggen dir g’rad schwer,

kommt von Vro eine Nominierung daher!

🙂

Wow! Im Frühjahr hatte ich kurz ein Projekt geplant, das sich oaam nannte: „One award a month“. Habt ihr davon gehört? Nein? Kein Wunder, ich hatte es selbst schon wieder vergessen. oaam wurde nach einer kurzen explosiven Kick-off Phase wortlos rausgekickt aus meiner 100-Jahresplanung dieses Blogs. Das heißt, gäbe es einen Masterplan, wäre das passiert. So ist die fröhliche Awarderei einfach nur in einen tiefen Dornröschenschlaf gefallen.

Aber nun kam kein Prinz und küsste es nicht wach, sondern ein Stöckchen geflogen, von der jonglierenden Veronika! Er traf das Dornröschen voll am Kopf und weckte es mit einem Schlag. Jetzt ist es wach, das schöne Kind. Zerzaustes Haar, wirrer Blick, zeitlich und örtlich noch nicht orientiert. Nach einem 100-tägigen Schlaf (gerechnet auf Basis von 5-Tage-Arbeitswochen) ist das verständlich. Diese Übergangsphase vom Traum zum Turbogang ist bei Kindern manchmal begleitet von Weinerlichkeit und einer blitzartig einsetzenden  Jammerei über mehr oder weniger alles. Während sich die Holde also in meiner Küche mit Obst und einem Butterbrot stärkt, um sich zu sammeln, stelle ich mich den Interview-Fragen von Vro. Los geht’s:

Das Interview

1. Akkus leer, kein Internet, kein Zugang zum Blog – was nun?

Eine Retrospektive sozusagen. Ach, was war ich früher unbeschwert und frei, solange ich noch nicht Wusste, Was ich versäumen könnte, Wenn ich nicht gerade online bin (www).

Ganz ehrlich, das Internet hat ein großes Suchtpotential und es wird nicht geringer, wenn man anfängt zu bloggen.

Da ich aber nie Wirklich Weiß, Was ich alles versäumen könnte, Wenn ich nicht auf Wordpress zugreifen kann (www Weh-Wehchen), hier meine Antwort den kalten Entzug betreffend:

Nach einer ausgiebigen Phase der Selbstbemitleidung würde ich ein Buch schnappen und endlich wieder einmal lesen – und hätte nach ein paar Minuten vermutlich auch schon vergessen, dass in der Zeit des mobilen Internets eine offline-Phase als persönliche Infotainment-Katastrophe angesehen wird.

Das ganze setzt jedoch voraus, dass ich mich in einem lieblichen Märchenwald befinde, mit frühlingshaftem Vogelsang, einem sanft plätschernden Bächlein zu meinen Füßen, am Horizont eine traumhafte Bergkulisse. Und die lieben Kinderlein spielen mit den Fröschen am Brunnen oder bauen mit der Schwiegermutter ein Lebkuchenhaus. Sprich: Zeit und Ambiente, um sich gemütlich mit einem Buch zurückzuziehen, wären auf wundersame Weise gegeben. Ist das nicht der Fall, fiele mir ohnedies erst abends auf, dass nix geht und dann ginge ich gleich ins Bett und weinte mich in den Schlaf.

2. Lachende, kichernde Kinder – macht dich das fröhlich oder findest du es nervig?

Puh, also das kommt ganz darauf an.

Wenn ich gerade mit den Kindern herum albere oder sie miteinander spielen und dabei Spaß haben, dann finde ich ein Kinderlachen ganz wunderbar, meist sehr ansteckend und freue mich des Lebens und bewundere die unbeschwerte Zeit als Kind.

Wenn die Kinder aber kichern, weil die Mama vor sich hingrummelt während sie den Boden schrubbt, weil zum zillionsten Mal an diesem Tag etwas umgeworfen und ausgeschüttet wurde, dann finde ich es gelinde gesagt eher nervig.

3. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?

Den Frühlisommherbwinter würde ich sagen.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich in geografischen Breiten lebe, wo es einen Jahreszeitenwechsel gibt. Besonders liebe ich die Anfänge der Jahreszeiten, die für mich verbunden sind mit der Vorfreude auf die nächsten großen Änderungen in der Natur: Das zarte Erwachen der Bäume und Blumen im Frühling, die ersten warmen Abende im Sommer, das Verfärben der Blätter im Herbst, die ersten Schneeflocken. So in etwa.

4. Die schönen Dinge des Lebens sind für dich …?

meist die stillen Momente

5. Morgenmuffel oder Nachteule? Oder womöglich beides?

Ich bin ein Vormittagsmensch. Am produktivsten bin ich in der Zeit zwischen die-Kinder-wurden-in-den-Kindergarten-zu-ihren-Freunden-gebracht und die-Kinder-müssen-aus-dem-Kindergartendasein-zwecks-Nachhausebeförderung-wieder-herausgerissen-werden.

Alles andere rundherum ist ein verschwommenes Einerlei aus Essen einkaufen, Essen richten, putzen und Streit schlichten  – morgens wie abends.

6. Ein guter Tag ist es, wenn …?

ich abends ins Bett falle und mich freue, dass es den Tag gab.

7. Warum werden/wurden all diese Philosophen, die das Sein/das Leben erklären woll(t)en, nicht verrückt? Das wollte ich schon immer einmal jemanden fragen. Habe ich auch, bekam aber keine Antwort.

Ja, also da erwarte ich mir auch eine ausführliche, gut fundierte Antwort vom werten Zeilenende.

Meine bescheidene Meinung dazu: Erst wenn die Reflexion als rettender Strohhalm in den Wirbeln des Was-bin-ich-Wohin-will-ich-Woher-komme-ich-und-gibt-es-euch-überhaupt-wirklich? zerbricht, läuft man Gefahr, den Verstand oder gar noch mehr zu verlieren (siehe Narziss)

8. Kennst du die dunkle Seite der Macht? Äh nein, nicht die der Macht, aber die in jedem von uns. Wie kann jemand grundsätzlich nett und sympathisch sein und dann die grauslichsten Horrorgeschichten schreiben? Nur so als Beispiel. Oder geht das gar nicht?

Meine dunkle Seite fängt meistens mit Schoko an und endet mit und in Mamas geheimer Süßigkeiten Lade … aber das war wohl am Thema vorbei.

Der nette Nachbar mit dem dunklen Geheimnis seiner eigenen Fantasystories? Auf die Schnelle fällt mir Kafka ein, der zwar wohl etwas eigenbrötlerisch gewesen sein mag, aber vermutlich kein völliger Ungustl war. Und dann lese man „In der Strafkolonie“.

Oder die sympathische junge Frau, die … da kann ich jetzt ad hoc gar keinen berühmten Namen nennen, da Horror so gar nicht (mehr) mein Genre ist. Nehmen wir also mich als bescheidenes Beispiel: Es wird gemunkelt, ich wäre eine liebe Kollegin, tolle Mutter, ein rundum freundlicher, empathischer Mensch (reine Arbeitshypothese). Aber innen drinnen? Hui, der blanke Horror! q.e.d.

Fazit: Es geht. Und wie es geht! Und vor allem, ES schreibt, permanent, einfach so, unter der sanft lächelnden Oberfläche, aber wehe, wenn die Worte heraussickern, da zeigen sich Fratzen, die in der realen Welt ihresgleichen suchen.

9. Glaubst du an den ersten Eindruck? Den, der bleibt?

Nein.

Sonst wäre ich noch immer ledig  😉

10. Was ist wichtiger: Zufriedenheit oder Glück?

Zufriedenheit mit ein paar glücklichen Fügungen.

11.Wenn du jetzt auf der Stelle verreisen könntest, wo ginge es hin? (Urlaub bekommst du, habe ich geklärt. Die Katze wird gefüttert. Geld spielt keine Rolle. Impfungen sind auch kein Thema. Die Kinder – so welche vorhanden – plärren dir ganz sicher nicht hinterher.)

Nordamerika – Ob Kanada oder USA müsste ich noch überlegen, am besten beides kombiniert. Wobei ich jahreszeitlich schon das Frühjahr oder den Spätsommer vorziehen würde, aber man kann halt nicht alles haben (sofern mit dem „jetzt“ auch jetzt gemeint ist).


Nominierung

So, das war’s. Ich sehe mal nach dem Dornröschen … das hat sich schon erholt und fragt, wo denn jetzt ihr Prinz ist oder zumindest sein strahlend weißer Schimmel mit dem glitzernden Zaumzeug  … Immer diese Mädchenträume!

Heute reiche ich den Nicht-Oscar-Emmy-Kurt (Who the *** is Kurt?) auch gerne weiter. Und zwar an alle jene, die folgende Aufgabe schnellstmöglich lösen können oder eine valide Ausrede haben, warum sie es nicht tun wollen:

Wähle eine beliebige natürliche Zahl <= 3, welche die Gleichung x=x erfüllt und löse die entsprechende Fragestellung:

  1. Welches ist für dich die naheliegendste Argumentation, warum 1 nicht zu den Primzahlen gehört?
  2. Wie bindest du den Diophantos und eine Elefantenherde in das Kinderlied „Zeigt her eure Füße“ mittels einer Gleichung ein?
  3. Warum ist 42 zwar die Antwort auf die Frage der Fragen, aber keine Lösung für die beiden obigen?

Neue Award-Fragen

Und – tatarata – die neue Fragerunde lautet:

  1. Numerik, Numismatik, Philatelie – was ist dein spannendstes Hobby?
  2. Welches Wort würdest du sofort abschaffen, wenn du den Duden überarbeiten würdest?
  3. Was liegt auf deinem Nachtkästchen und warum räumst du es nicht weg?
  4. Sonnenauf- oder untergang?
  5. Was würdest du einem Kind für die Zukunft raten?
  6. Eine Liedzeile/strophe, die dich besonders berührt, dir besonders gut gefällt lautet …
  7. Bitte vervollständige: Heute ist/war ein schöner Tag, weil …
  8. Wenn du eine Katze siehst, denkst du sofort …
  9. Bloggen: Sucht oder Disziplin?
  10. Kannst du uns eine Serie empfehlen, die man wirklich gesehen haben sollte?
  11. Wenn man die Sonne im Herzen trägt, wo genau ist dann die Erde zu finden?

In diesem Sinne – viel Spaß mit den Fragen und herzlichen Dank an Veronika von vro jongliert!

19 Gedanken zu “Vro-hes Jonglieren mit Fragen

  1. „Und die lieben Kinderlein spielen mit den Fröschen am Brunnen oder bauen mit der Schwiegermutter ein Lebkuchenhaus. “

    Oh for god’s sake. They help the evil stepmother, who is also a witch, build the damn ginger bread house? That’s so wrong.

    Gefällt mir

    1. Wenn die Kinderlein mit der Schwiegermutter ein Lebkuchenhaus bauen, dann weckt das ungute märchenhafte Assoziationen …
      Super dass du mitgemacht hast! 🙂
      Ich habe es nicht so mit Mathematik. Aber irgendwie reizt es mich gerade, den Ball aufzunehmen …

      Gefällt 2 Personen

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