Auf den Hund gekommen

Ein Kommentar der lieben Maja von Schwartzenberg erinnerte mich an vergangene Zeiten. Also nicht nur – dank Sissi und Franz – an die Kaiserzeit, der wir immerhin schön kitischige Romy Schneider Filme sowie ein Musical verdanken, dessen Musik noch lange nachhallt (z.B. diese Anklage einer fremdbestimmten Frau). Sondern vor allem an jene Zeit, als mein Name noch nicht Mama war. Damals verbrachte ich viele schöne Wanderstunden in Mutter Natur und hatte dabei stets treue Begleiter an meiner Seite:

Fast ein Wiener Klassiker

Vor einigen Jahren hatten wir nämlich zwei Hunde.

Erst zog der kleine Amadeus im Tierheim aus und bei uns ein, dann folgte ein zweiter, ebenso kleiner Hund, den wir (origineller Weise, ich weiß) Wolferl nannten.

Um an dieser Stelle gleich mit ein paar Klischees aufzuräumen: Ja, als Österreicher liegt einem so etwas sozusagen im Blut, so wie der Walzertakt. Wir tragen sonntags stets Dirndl, ernähren uns bekanntlich ausschließlich von Schnitzel und Mozartkugeln und haben für Jedermann einen tiefgründigen Freudschen Versprecher auf den Lippen. Und unsere Hunde heißen alle nach den ganz Großen der heimischen Musikgeschichte, also Amadeus oder Falco.

Eines Tages, auf einer Wanderung, die wir mit den Hunden unternahmen, bekamen wir plötzlich unangeforderten „Begleitschutz“: Ein freundlicher Labrador schloss sich uns an und war nicht davon zu überzeugen, wieder nach Hause zu laufen. Fröhlich schnüffelnd und höchst erfreut über die Gegenwart unserer Hunde blieb er uns auf den Fersen. Da wir nicht genau gesehen hatten, aus welchem der umliegenden Bauernhöfe und Einfamilienhäusern der Hund gekommen war, dauerte es einige Zeit bis wir jemanden fanden, der den Labrador (er)kannte und wusste wo er zu Hause war. Wir staunten nicht schlecht, als wir erfuhren, wie der Dritte im Bund hieß. Erraten?

Es war (natürlich) ein Mozart!

amadeus
Die weiße Lockenpracht verhalf Amadeus zu seinem Namen

Musik liegt in der Luft

Unser Amadeus unternahm seinerzeit auch einmal einen Ausflug auf eigene Faust. Fast abenteuerlustig lief er einfach bei der irrtümlich offen gelassenen Gartentür hinaus.

Nun muss man wissen, dass Amadeus kein großer Abenteurer war, sondern eigentlich recht froh, ein menschliches Alphatier sein eigen zu nennen.

Vermutlich wollte er also nur kurz die neuesten Neuigkeiten auf seiner Hausrunde erschnuppern und danach in Ruhe sein Nachmittagsschläfchen genießen.

Als er so alleine durch die Gassen unserer Nachbarschaft lief, begegnete er auch einer Frau, die ihn flüchtig kannte. Sie merkte rasch, dass er alleine unterwegs war und da sie wusste, wo er wohnte, versuchte sie ihn zu sich zu rufen, um ihn wieder nach Hause zu bringen. Leider ohne Erfolg. Später einmal erzählte sie uns davon.

Der Grund, warum Amadeus sich von der Dame nicht hatte locken lassen, war rasch gefunden. Die gute Dame erzählte:

„Ich habe eh ‚Mozart! Mozart!‘ gerufen, aber er hat einfach nicht gehört …“

 


Um meinen Bildungsauftrag auf meinem öffentlichen und rechtlich auch irgendwie vorhandenen Blog ausreichend zu erfüllen, hier noch ein Link zu einem kurzen amüsanten Artikel zum Thema Wie hatte Mozart es mit Hunden? – Pimperl, Gauckerl und Buzigannerl


Die hübschen Mozartbilder, welche den Titel zieren, sind entnommen (links) Dr. Egon v. Komorzynski, Mozart (Berlin 1941) und (rechts) Meyers Konversationslexikon 1905

4 Gedanken zu “Auf den Hund gekommen

  1. Wir hatten einen Akita Inu. Für diejenigen, die des Japanisch mächtig sind, ist der Nachsatz Inu (=Hund) irgendwie redundant, aber es gehört zur Rassebeschreibung dazu. Ganz der Tradition folgend, nannten wir die Dame dann auch nach einer Charaktereigenschaft, die sich schon als Welpe offenbarte, als wir sie die ersten Male besuchten. Gatchiri No – durchtrieben. Das ’no‘ fiel gesprochen aber weg, dennoch hatte sie den erlauchten Namen „Gatchiri No von Amayadori Ken“ und passte demnach in die adelige Runde, die sie damals mit der Hündin meiner Mutter bildete, welche den Namenszusatz „vom Märchenweiher“ trug.

    Ich habe die Obsession der Züchter nie verstanden, fand es aber echt spaßig 😉

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  2. In Deutschland heißen doch die Schäferhunde auch alle Adolf… – nein falsch, es sind die Herrchen, die in zünftiger Stammtischrunde den Zustrom an Schwarzafrikanern und deren Krankheiten verteufeln – aber s kommt wohl auf dasselbe raus: Addi sitz Platz und aus!
    Ich rufe das gern mal laut über den Dorfplatz und suche dabei meinen imaginären Hund 🙂

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  3. Ich bevorzuge Katzen, deutlich ….. Die können auch sprechende patriotische Namen haben. Eine Kollegin von mir hatte vor 100 Jahren einen dicken, behäbigen Kater namens Sinowatz (ein ehemaliger österreichischer Bundeskanzler) und einen ganz kleinen, verspielten pechschwarzen Kater namens Satan. Dies verschaffte ihr das Vergnügen mehrmals täglich sagen zu können „Satan lass den Sinowatz in Ruh`“

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