Schlagwort: Vogel

Knock, knock – not a joke

Im englischsprachigen Raum sind die „knock, knock jokes“ unter Kindern ja recht beliebt. Zuerst gar nicht lustig fand ich neulich morgens die Situation in unserem Garten:

Bei den sommerlichen Temperaturen wollen die Mädchen schon frühmorgens hinaus zum Spielen. Da sich bei mir angesichts der langen Tage und hohen Temperaturen auch schon die Sommerferienstimmung breit macht, das Gartengemüse ohnedies gegossen werden muss und ich das schöne Wetter lieber live genieße als es nur durch die Fensterscheibe zu betrachten, waren wir also schon vor 7 Uhr zu dritt fröhlich im Garten unterwegs. Doch dann, oh weh! Von der Regenrinne her tönte ein verdächtiges Scharren und klägliches Piepsen. Offenbar war ein Vogel in der Regenrinne gefangen!

In bester Selbst-ist-die-Frau-Manier stürmte ich los, schleppte die höchste Leiter heran und lief dann ins Haus, um meinen Mann zu rufen. Hohe Leitern und ich sind nicht die besten Freunde. Unsere traute Zweisamkeit wird von einer gewissen Höhenangst gestört. Mein Mann, der potentielle Held des Tages, kam also aus dem Haus und befragte mich und die Kinder erst streng, wie wir denn auf die Idee kämen, dass da … als er das Scharren selbst hörte.

Sogleich lief er los und holte seine Arbeitshandschuhe. (Ein Accessoire, auf das ich stets zu verzichten können meine und es dann gewöhnlich schmerzlich büße, während mein Mann sein heimwerkliches Tun ohne Handschuhe erst gar nicht anfängt). Voller Rettungseifer stieg er auf die Leiter und begann an einer Stelle der Regenrinne zu ziehen, wo die Rohre ineinandergesteckt sind. Erwartungsvoll, den Atem anhaltend schauten die Mädchen und ich zu.

Nur – es tat sich nichts, gar nichts. Blech auf Blech – das sitzt erst einmal ordentlich fest, noch dazu, wenn man das ganze in unbequemer Richtung von sich weg nach oben ziehen will. Was also tun, um den Vogel zu retten? An die 30 Grad sollte es untertags bekommen und das arme Tier saß in einer engen Metallröhre fest!

Mein Mann tat das, was ein Mann zu tun hat, wenn die ausgeklügelte Strategie von Plan A nicht aufgeht. Plan B – die Brute Force Methode – kommt zum Einsatz: Also hämmerte er mit der Faust gegen das Metallrohr. Und siehe da! Die Regenrinne rührte sich keinen Millimeter, aber der arme verängstigte Vogel bekam so einen Schreck, dass er seine ganze Kraft zusammennahm und aus der schrägen Röhre selbst herausflatterte.

Knock, knock.

Who’s there?

Hero.

Hero who?

Here! Oh, here you are, little bird!

 

vogelvonhinten

 

 

Flugs flügge

Vor ein paar Tagen erst berichtete ich davon, dass meine Familie im Garten nicht mehr allein ist, da eine Vogelfamilie unterm Dach wohnt. Im Nest ging es schon ziemlich hektisch zu in letzter Zeit, 3 hungrige Schnäbel wollten gefüttert werden. Nun ist es noch ein bisschen hektischer geworden:

Möchte ich mich erholungssuchend in den Schatten unter die Bäume zurückziehen, geht ein nervöses Geklacker und Geflattere los. Ganz offensichtlich werde ich vom Hausrotschwänzchen als Eindringling oder Störenfried betrachtet, dabei ist es offenbar mehr sein maschinengewehrsalvenartiges „klack klack klack„, das die Stille beeinträchtigt.

Natürlich gibt es aber auch einen Grund dafür, dass ich in meinem Garten derzeit nicht erwünscht bin: Ein Junges sitzt versteckt im Gras und versucht gerade unsichtbar zu sein. Also trete ich den Rückzug an und überlasse den Vogeleltern die Kinderstube.

hausrotschwanzküken

Viel Glück, kleiner Matz!

Mama kurz gefasst – Titelverteidigung?

Schon als ich meine „Rubrik“ namens „Wenn ich ein Vöglein wär – Mama kurz gefasst“ ins Leben rief, war mir klar, dass das kein knackig kurzer Titel ist. Da aber selbst das Akronym WIEV WÄ MaKuGe nicht so recht klingen wollte, beschloss ich es bei dem sperrigen Ungetüm von Namen für eher kurz gehaltene Beiträge auf diesem Blog zu belassen. Widerspruch hin, Russelsche Antinomie her.

Die kurz angedachte Veranglizismusierung wurde ebenfalls wieder verworfen. Was im Englischen geht, geht im Deutschen nicht unbedingt, denn „Mama zwitschert“ ruft eher die Jugendfürsorge und die lieben Kollegen vom AA Treffen auf den Plan als die wordpress follower zum Lesen herbei.

Wobei der letzte Satz ausgesprochen unglücklich formuliert ist. Zum einen „geht es“ weder auf Englisch, noch auf Deutsch, weil – wie meine Englischprofessorin zu sagen pflegte – „es keine Füße hat“. Statt „gehen“ hätte ich also wohl ein semantisch identes „semantisch ident“ wählen sollen, zum anderen wirft die Formulierung „Kollegen vom AA Treffen“ ein ganz falsches Bild auf mich. Ich kenne dort nämlich gar niemanden, und nicht deshalb, weil ich ohnedies nur schwer Bekanntschaften schließe oder weil sich dort alle halbanonym nur mit dem Vornamen ansprechen („Hallo, ich heiße Mama und bin … “ ist ja ein hinlänglich bekanntes AA Procedere). Sondern, weil ich noch gar nie bei einem AA Treffen war und – für’s Protokoll – es auch nicht notwendig habe. Und jetzt komme mir bloß keiner damit, dass Leugnen ein psychischer Abwehrmechanismus zum Schutze vor dem Eingestehenmüssen einer Abhängigkeit sei!

Aber ich schreibe mich gerade in eine Sackgasse hinein.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte war, dass es ab jetzt nur noch „Mama kurz gefasst“ heißen wird. Und gelegentlich gibt es dazu ein Bild von einem Vogel oder mehreren.

Die 140er Grenze ist längst überschritten. Mein erster „Mama kurz gefasst“-Beitrag im neuen Jahr ist also ein Nichtelement seiner eigenen Menge, ein Widerspruch in sich. Beim nächsten Mal wird’s dann wirklich kurz und knackig – versprochen!

dompfaff
Heute beginnt das birdwatching im Garten für „Die Stunde der Wintervögel“ http://www.birdlife.at

 

 

Schulmedizin und Hausverstand (Die Katze)

Vor mehr als zwanzig Jahren hörte ich zum ersten Mal das Wort Kinesiologie. Ein Freund erzählte mir davon, da seine Bekannte eine Ausbildung zur Kinesiologin machte. Ich dachte damals, es wäre so etwas wie Sinologie – also es hätte etwas mit China zu tun; ich hatte auch angenommen, es würde „Chinesiologie“ geschrieben – und war beeindruckt. Bald lernte ich, dass sich das Wort vom Griechischen Kinetik herleitet und sich das Logos in diesem Fall auf die Lehre einer alternativen Diagnose- und Behandlungsmethode bezieht. Meine Erfahrungen mit diesen, nennen wir es, interessanten Diagnosekonzepten? Nun ja, es begann mit meiner Katze. (mehr …)