Schlagwort: Fotos

Heute schon einen Mann vernascht?

Im Garten hatten wir Anfang September Besuch: Ein frommes Ding angeblich,

 

das aber auch für seinen besonderen Männergeschmack bekannt ist.

Ein bisschen erinnert mich diese Gottesanbeterin aber schon ein „unheimliches Wesen aus einer anderen Welt“, oder?

gottesanbeterin-alien.jpg
Nicht aus einem Horrorfilm der 80er Jahre und auch keine Kontrahentin von Sigourney Weaver, aber trotzdem eine ziemliche Schrecke 🙂

Ich habe dann noch ein paar Mal im Garten eine Gottesanbeterin gesehen, die war allerdings grün. Das ist mir erst jetzt beim Betrachten der Bilder bewusst geworden. Ob sich die beiden kannten, oder sogar miteinander essen waren *hust* – ich will es eigentlich gar nicht so genau wissen.

abc-Etüden: Wen die Wildnis ruft

Stativ
Kindheitstraum
nachspüren

heißen die drei Worte der Schreibeinladung zu den abc-Etüden diese Woche.

lz abc.etueden schreibeinladung 3 visitenkartemyblog 30.17 | 365tageasatzaday


Nachfühlen und nachspüren ist nicht das Gleiche. Nachspüren bedeutet erforschen, erkunden, zum Beispiel einem Geheimnis oder einer Fährte“ dozierte sie aus dem Stehgreif, als lese sie es gerade aus dem Duden vor.

So, so“ antwortete er und kratzte sich am Kopf.

Das tat er immer, wenn er überlegte und das war ihrer Meinung nach auch der Grund dafür, warum er schon langsam Geheimratsecken bekam.

Also mein Kindheitstraum war es ja nicht, in der Wildnis Fährten zu suchen oder ihnen gar nachzuspüren“ erklärte er und betonte das letzte Wort ganz besonders, um zu zeigen, dass er es nun anwenden konnte.

„Aber DU wolltest doch immer auf Safari gehen?

Höchstens aus Fotosafari mit einer Spiegelreflexkamera, ein paar megamäßigen Objektiven und einem Stativ, damit die Bilder richtig gut werden, aber keinesfalls mit Gewehr!“ rief sie entsetzt. 

„Ich wollte doch Wildhüterin werden, aber leider gibt es in Afrika auch so große Spinnen und das hat mich dann doch abgeschreckt“ erklärte sie grinsend.

Wildhüterin mit Arachnophobie, wie originell.“ meinte er amüsiert.

Aber du hast doch sicher nur Angst vor richtig großen, dicken Spinnen und nicht so einer langbeinigen, dünnen wie der, die gerade über deine Hand geklettert ist, und deren Spur ich direktzu noch nachfühlen kann, oder heißt es in diesem Zusammenhang nun doch nachspüren?“ 

Er musste schallend lachen als sie aufsprang (wie von der Tarantel gestochen – hoho!) und einen wilden Tanz aufführte.

el und erl – Österreich Edition

El – español? No, no!

Erl – könig? Aber nein! Obwohl mich dieses Gedicht schon als Kind fasziniert hat.

Im Österreichischen enden viele Dinge auf -el bzw. -erl oder gar -dl, zum Beispiel Knödel, Knöderl (kleiner Knödel), Semmel oder Semmerl, das Radel („jo, mir san mim radl do“), Gurkerl (kleine Gurke), Sackerl (Tüte), Nockerl und die Bockerl (Kiefernzapfen).

Diese Endungen kommen den Bewohnern Meidlings (12. Wiener Gemeindebezirk) besonders entgegen, denn dort heißt Meidling ja eher MeidLLLing. Ein verlängert gerolltes L. Ein -erl am Schluß wird dann als -al oder Meidlingerisch als -aLLL ausgesprochen, also Semmal, Häfal (Tasse), Kammal (Kammer), Glockal (Glöckchen).

Die Buchstabenkombinationen mögen jedoch nicht allen leicht fallen, insbesondere, wenn man Deutsch als Fremdsprache erlernt, oder überhaupt gefallen. Manch einer wird darüber die Nase rümpfen, weil sie verniedlichend und daher dümmlich wirken. Aber so dumm sind wir Österreicher dann doch auch wieder nicht, dass wir zum Beispiel überall drauf schreiben müssten, wie wir zu einem Ding sagen, oder doch?

kastal
Kein Kastell, sondern ein kleines Kasterl, also „Kastal“

 

 

 

 

12 Monate (5) – krumm

Ein krummes Ding drehen sollte man tunlichst vermeiden, aber nicht jede Krümmung ist eine moralisch verwerfliche. Manche entstehen gar aus Respekt vor anderem Leben. Da wieder einmal der letzte Sonntag des Monats naht, veranstaltete ich meine üblichen Verrenkungen im Garten, um unseren alten Kirschbaum abzulichten. 12 Monate lang möchte ich euch im Rahmen des Projekts 12 Monate von Zeilende an den Veränderungen rund um den Baum teilhaben lassen. Jedes Monat wieder stelle ich mir die Frage, wie ich ihn fotografieren soll (und warum ich mir noch immer nicht zumindest ein weiteres Weitwinkelobjektiv gekauft habe). Da stellte ich fest – und ja, erst jetzt nach Jahren – dass ich im Garten nicht die einzige bin, die sich wegen des Kirschbaums verrenkt:

 

Der kleine Birnbaum daneben wächst schon seit langem gekrümmt, um den Kirschbaumästen auszuweichen. Man darf sich also auch mal verrenken, um seinen Willen zu bekommen – oder aber auch die Kirschen, denn die Erntezeit hat bereits begonnen:

kirsche4

Allzu üppig hängen die reifen Früchte nicht, aber zum Naschen für uns und die Vögel, die gerne zu Besuch kommen, reicht es allemal.

So grün ist unser Junibaum derzeit und spendet an den heißen Tagen brav Schatten.

kirschbaum_juni

Ein krummes Ding gibt es heute aber noch als kleinen Bonus dazu. Wer errät was das ist?

gluehwurm

Richtig!

Ein Glühwürmchen zieht vor dem Kirschbaum abends seine Bahn

🙂



Meine bisherigen Fotos zu diesem Projekt findet ihr hier:

Zwölf Monate – Langsamkeit (1)

12 Monate – (2) Verhext

12 Monate (3) – Where have all the flowers gone?

12 Monate (4) – Drumherum

Die Beiträge aller anderen Teilnehmer findet ihr verlinkt bei Zeilenende. Vorbeischauen lohnt!

 

12 Monate (4) – Drumherum

Ende Mai und demnächst werde ich wohl schon von Laternenumzügen und Adventfeiern berichten können. Die Zeit verfliegt. So wie manch lieber Mensch meiner Familie. Und kommt er dann endlich wieder nach Hause zurück, dann rufen die Kinder begeistert „Winnie Pooh! Winnie Pooh!“ statt „Papa!“ bei der Begrüßung. Wobei der ganze Satz wohl gelautet hätte: „Schau mal Papa, ich habe einen Winnie Pooh Luftballon und ich freue mich so, dich wiederzusehen!„, aber das bekamen sie in der Aufregung verständlicherweise nicht heraus. Na ja, wir haben herzlich gelacht und mein Mann den Winnie Pooh Luftballon gleich mit in die Arme geschlossen. Das Drumherum ist doch auch schön.

Und davon will ich euch heute auch etwas zeigen – vom Drumherum um den Kirschbaum:

kirschbaum_gras

„Natur im Garten“ wird das gerne genannt. Ich mag Wiesen noch lieber als Rasen, und außerdem spart es Zeit, wenn man ein paar Flecken unberührt lässt im Garten, damit sich Bienen, Hummeln und Käfer tummeln können. Lassen wir also Gras drüber wachsen über Mamas Rasenmäheraversion. Hinter dem Gras übrigens: Der Kirschbaum.

kirschbaum_rose

Vor dem Gras – jetzt wo Pfingsten vor der Tür steht – auch ein paar Pfingstrosen. Sehr sympathische Pflanzen: Sie brauchen keine große Pflege und blühen trotzdem groß und schön und farbenprächtig. Die sind mit meinem Händchen für Grünzeug kompatibel.

Und wenn man morgens früh genug hinaus geht, findet sich sogar manchmal ein Stern am Himmel, wo man ihn gar nicht vermuten würde:

kirschbaum_morgenstern

Die Sonne zeigt sich von ihrer strahlendsten Seite und ein paar nette Lichteffekte gibt es gleich noch dazu.

Ich wünsche allen einen wunderschönen Sonntagmorgen!


Ein Jahr lang jedes Monat ein Objekt mit Bildern begleiten, das Projekt 12 Monate von Zeilende. Ich „begleite“ unseren Kirschbaum durch das Jahr und ab und zu auch ein bisschen etwas vom Drumherum im Garten.

Meine bisherigen Fotos zu diesem Projekt findet ihr hier:

Zwölf Monate – Langsamkeit (1)

12 Monate – (2) Verhext

12 Monate (3) – Where have all the flowers gone?

12 Monate (3) – Where have all the flowers gone?

Am letzten Sonntag im Monat ist es wieder Zeit für das Projekt „12 Monate„, welches  vom Zeilende dankenswerter Weise ins Leben gerufen wurde.

Das ganze Monat über werfe ich immer wieder Blicke auf unseren alten Kirschbaum und überlege, wie ich euch ein bisschen daran teilhaben lassen kann, wie er da so in unserem Garten steht, als Stütze für Mensch (und seine Schaukeln) und Tier – neben Hummeln und Bienen erfreuen sich besonders Vögel und Eichhörnchen an seiner Existenz. Letztere beiden zeigen sich aber auch äußerst fotoscheu bzw. ich mich zu langsam, zu blind für die gut getarnten Sänger oder einfach zu kameralos, um sie endlich einmal schön abzulichten. Erst kürzlich lauschte ich einem wunderbaren Abendkonzert, konnte den Solisten aber einfach nicht im Astwerk ausmachen. Dafür kam mir dann dieser hübsche Amslerich vor die Linse, der aber gewiss nichts mit dem Lied zu tun hatte, weil Amsellieder neben Taubengurren und Spatzengetschilpe die einzigen Vögeltöne sind, die ich einwandfrei zuordnen kann:

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Diesmal möchte ich das vergangene Monat in ein paar Bildern Revue passieren lassen. Denn dank der Aprilwetterkapriolen zeigte sich unser Garten innerhalb weniger Tage so unterschiedlich wie er das normalerweise nur über Wochen hinweg im Wechsel der Jahreszeiten tut:

Bei sommerlichen Temperaturen waren Anfang April die ersten Schneebälle auf dem Baum zu sehen:

april-baumbluete

april-baumflugzeug

Frühlingsgefühle stellten sich ein, sogar schon Sommervorfreude und etwas Panik, angesichts der Feststellung, dass die ältere Tochter aus der Sommerkleidung des Vorjahres definitiv herausgewachsen ist. Doch dann passierte Folgendes: Aus diesem Anblickapril-baumschnee3a

wurde innerhalb eines Tages dieser:

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Aus den Blütenschneebällen wurde echte, kalte, matschige. Aus den Schneereminiszenzen so richtiger Schnee und auch richtig viel davon, mitten im April:

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Nach einer Woche war das (verkehrstechnisch desaströse und für die Natur zum Teil verheerende) Spektakel wieder vorbei. Die Sonne befreite den Garten und alles rundherum von den Schneemassen,

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ich konnte meinen Platz in der Nestschaukel wieder einnehmen und durch das Geäst des Kirschbaums in den Himmel hinauf blinzeln.

Während die Abendsonne die Rinde der westlichen Äste glänzen lässt,

april-baumast

suche ich nach den letzten Blüten. Ob es heuer wohl Kirschen geben wird?

april-baumverblueht

Es heißt abwarten. Die Hummeln sind wieder unterwegs und die Sonnenuntergänge künden schon von wunderbar langen, lauen Sommerabenden, die wir unter unserem alten Kirschbaum verbringen werden.

april-baumsonnenuntergang