Ah, oui, frosösisches Inglisch, das ist ein Vergnügen. Welch Glück, dass am Freitag eine Konferenz zur Festsetzung der Einheiten Kilogramm, Ampere, Mol und Kelvin in Paris stattfand und live übertragen wurde. Nicht nur, dass für all diese Einheiten eindeutige Definitionen gefunden werden sollten, die universal und fundamental sind, es war auch ein melodisches Hörerlebnis. Wenn Franzosen Englisch sprechen, treffen Welten aufeinander. Wenn Franzosen dann auch noch über Physik, Chemie und Meteorologie auf Englisch sprechen, dann ist das für den wissenschaftlichen Laien außer sehr wundersam vor allem ein Singsang. So hart das deutsche Englisch klingt, so soft erscheint das französische Englisch.

Man kann noch nicht einmal sagen, dass es intellektuell beanspruchend gewesen wäre, denn es übersteigt mein Wissen ohnedies um Atmosphären, dafür war das sprachliche Momentum eben umso unterhaltsamer. Und wenn dann auch noch die Technik nicht tut was sie soll, dann wird aus einem eigentlich trockenen, wenn auch spannenden Vortrag über komplizierte „Grundlagen“ ein Spaß der Art „I am just a theoretical physicist. At least you have the proof now“

Da wünscht man sich doch viel mehr solcher Liveübertragungen, denn nicht nur wird hier versucht, in kurzer Zeit sehr viel Wissen anschaulich zu vermitteln, es ist auch noch ein Vergnügen dabei zuzuhören – beides steht in krassem Gegensatz dazu, wenn man heimische Politiker sprechen hört.