Manche Firmen schaffen es, so nachhaltig Marken zu kreieren, dass diese richtige Hypes auslösen: Steve Jobs machte aus einem angebissenen Apfel ein Milliarden schweres Produkt, das Erwachsene in eine Euphorie versetzt, wie wir sie nur von Kindern unterm Weihnachtsbaum kennen.

Disney kümmert sich (nicht mehr nur ausschließlich) um die Kinder unterm Weihnachtsbaum, die mit i-Irgendwas noch nichts anfangen können (oder dürfen). Seit Jahrzehnten leuchten Kinderaugen, wenn sie Disney-Figuren sehen. So nachhaltig die Wirkung, so wenig nachhaltig wohl das ganze Plastikspielzeug dazu. Und man kann mittlerweile wirklich alles kaufen, dem Branding sei Dank. Ganz besonders eingebrannt haben sich die beiden eiskalten Prinzessinnenschwestern von Frozen in die Herzen der kleinen Mädchen und damit auch in die Hirne und Geldtaschen der Eltern. (Bemerkung am Rande: „brain freeze“ bekommt da eine ganz neue Bedeutung)

Elsa und Anna hier, Elsa und Anna dort und zum Glück gibt es wenigstens auch wirklich menschliche Charaktere wie Olaf und Sven. Dass die letzten beiden ein Schneemann und ein Elch sind, nehmen wir einfach stillschweigend zur Kenntnis.

Bei uns zu Hause herrscht seit einigen Monaten Ausnahmezustand, wenn es um Elsa und Anna geht. Das ganze habe ich mir nun zunutze gemacht (selbstlos, ich weiß) und ein Frozen Monopoly gekauft. Bei uns hieß so etwas früher DKT – Das Kaufmännische Talent und wer will nicht die Talente seiner Kinder frühzeitig fördern? Mit dem Wirtschaftskundeunterricht im Kindergarten schaut es ja nicht besonders rosig aus. Beim Kaufladenspiel wird das Geld hin- und herverschoben, dass den Buchhaltern die Haare zu Berge stehen und die Preise lauten: „18 20 Geld, bitte“ oder so ähnlich. Die Kinder meinen womöglich gar, das Geld wüchse in Bankomaten!

Mit Zweijährigen Monopoly zu spielen, ist auf jeden Fall sehr lehrreich und öffnet einem  die Augen für den Ursprung des Kapitalismus in der Welt: Er kommt nicht unbedingt von den Jüngsten!

  • Die zweijährige Z möchte ein Grundstück kaufen und soll mir (aka der Bank) dafür 3 Scheine geben. Wir zählen gemeinsam drei Scheine von ihrem Geldstapel, aber da ein anderer Schein zerknittert ist, will sie den auch nicht haben und schenkt ihn der Bank. Merke: Geld stinkt nicht und schön soll es sein!
  • Z fängt irgendwann im Spiel an, ihre Geldscheine an die anderen Mitspieler zu verteilen, weil sie gerne anderen etwas gibt: „Das ist für dich, Mama. Das ist für dich, E„.

Die Karriere als Künstlerin oder Philanthropin scheint vorgezeichnet!

  • Mieteinnahmen stehen auf der Prioritätenliste nicht ganz oben. Man versucht sich lieber auf das Fragezeichen-Feld zu schummeln, weil man dann eine Karte ziehen darf oder nimmt Geldscheine nicht an, weil man gerade keine Lust dazu hat.
  • Und sollte das Geld dann doch ausgehen, steht man (Z) plötzlich auf, geht zur Bank und langt ordentlich zu. Als ich entsetzt erkläre, dass man sich nicht einfach so das Geld nehmen darf, wirft Z entrüstet ein: „Aber ich habe ja keines mehr!

Da hoffen wir mal, dass dieses Spiel doch keine Aussagekraft bezüglich zukünftiger Karriere (Bankrottier? Dreiste Bankräuberin gar?!) hat.