Das besondere Wort – Aufholjagd und ein paar Gramm

Aufholjagd ist auch ein interessantes Wort, aber eigentlich bin ich nur mit meiner (geplant) monatlichen Rubrik schon ziemlich im Rückstand. November, Dezember und Jänner habe ich es nicht geschafft, die Zeit zu finden, über ein Wort zu schreiben. Dazu fällt mir jetzt ad hoc auch nur ein Wort ein, nämlich: Tz!

Ideen hatte ich ja einige. Während im Dezember das Wunschdenken ein Favorit war, geriet ich im Jänner an den einprägsamen, Nomen-est-omen-Begriff Wechselkennzeichenausschlusserklärung. Da bedarf es wirklich keiner weiteren Erklärungen, oder? Besonders lustig wird so eine Wechsel-was-auch-immer, wenn ein Auto dabei das Bundesland wechselt. Dabei ist dieser Wechsel gar nicht der gemeinte. Egal.

Welches Wort mir im November auf der Zunge lag, ist im Nebel, der für das 11. Monat typisch ist, zu einer undeutlichen Erinnerung verschwommen, bleibt also der Februar, der – oh Schreck – auch nur noch 2 Tage hat.

Im Februar lautet mein besonderes Wort:

kaputt

Wie mich diese Seite lehrte, kommt kaputt sehr wohl vom lateinischen caput, dem Kopf, allerdings über einen Umweg. Französisch „faire capot“ bedeutet in der Seesprache so viel wie „kentern“ und beim Kartenspiel „besiegen“. In beiden Fällen ist es dann mit dem Ding an sich, also dem Schiff bzw. dem Spiel vorbei. Es wurde kaputt gemacht, wobei capot in Frankreich mittlerweile die Motorhaube bezeichnet (Danke, Individualverkehrsindustrie), also den Sitz des automobilen Herzens sozusagen und sich selbst doch von cape, dem Cape, also einem Umhang, ableitet.

Der Sitz des Herzens im Menschen ist weitläufig bekannt und meist auch zutreffend, der Sitz der Seele jedoch fraglich. Gibt es ihn überhaupt oder vielmehr dieses Etwas, die Seele? Duncan MacDougall war nicht nur der festen Überzeugung, dass es sie gibt, er war auch der Ansicht, man könne sie nachweisen und sie hätte 21g. Dieses angebliche Gewicht ist keine Erfindung Hollywoods zur Bewerbung des gleichnamigen Films, sondern ein wissenschaftlicher und ethischer Irrweg des frühen 20. Jahrhunderts. Aber die Theorie war MacDougall immerhin das Leben einiger bemitleidenswerter Hunde wert und erübrigte aus seiner Sicht jeglichen Respekt vor im Sterben liegenden Menschen.

Was auch immer es ist, das das Ich letztendlich ausmacht, ich würde annehmen, es wäre am stärksten mit dem Kopf verbunden, selbst wenn es sich um Bauchentscheidungen handelt.

Mein Kopf, meine Kommandobrücke, mein Ich.

Wenn da etwas kaputt ginge, nicht auszudenken – im wahrsten Sinne des Wortes.

Erschreckend also, wenn man dann zur Untersuchung geschickt wird, und als Diagnose steht auf dem Schein nur: „Caput“

 

 

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