Schlagwort: Weihnachten

Jingle all the way

Tante Tex hat die Wörter für den Story Samstag in der stillsten Zeit des Jahres ausgerufen und sie lauten: Drehmoment Revision Vertreter Ostpreußen Konferenz Mindestens drei davon sollen in der Weihnachtsgeschichte vorkommen. Nun denn, wenn es so verkündet wurde … Unterwegs ins Büro Eine Konferenz … Jingle all the way weiterlesen

Mama beschwingt und erschüttert: Meine Top 5

Neulich schrieb der verehrte Zeilenende, dass er „Stille Nacht, heilige Nacht“ nicht möge (um es gelinde auszudrücken). Da das Lied für mich persönlich das stimmungsvollste Weihnachtslied ist (schon immer war und wohl auch bleiben wird), hat mir sein Artikel zu denken gegeben: Es gibt tatsächlich Menschen, die Stille Nacht nicht schön finden?! Ungläubiges Kopfschütteln und dann fing ich an darüber nachzudenken, welche Weihnachtslieder ich eigentlich mag.

Neben den ganzen traditionellen deutschen Weihnachtsliedern, die ich seit Wochen mit meinen Kindern höre und singe, und ein paar Christmas Carols, gibt es auch ganz andere, vor allem amerikanische Songs, die ich ganz großartig finde und im Advent auf jeden Fall hören möchte.

Ich will euch heute ein paar davon vorstellen, meine Favoriten. Die Lieder sprechen für sich selbst, auch wenn sie vielleicht gar nicht immer originär weihnachtlich sind, aber immerhin „Christmas“ im Titel tragen oder den „Weihnachtsgedanken“ akustisch und visuell auf eine Weise vermitteln können, wie kaum ein anderes Medium.

Also los geht’s:

Meine Nummer 5

Canon in D-Dur, rockig und sexy: Trans-Siberian Orchestra

Meine Nummer 4

Interessanter Text: Greg Lake

 

Meine Nummer 3

Eine der ganz Großen. Auch wenn es hier eigentlich um das Thema Liebe geht, höre ich das Lied am liebsten zu Weihnachten: Cyndi Lauper

 

Meine Nummer 2

The one and only: Berührender Text, wunderschöne Melodie

 

Meine Nummer 1

Wenig überraschend, dass ich Cyndi Lauper noch einmal anführen muss: Ein richtiges Weihnachtslied von ihr vorgetragen, das sich ganz wunderbar dazu eignet, schon mit kleinen Kindern dazu ausgelassen zu tanzen

 

Und außer Konkurrenz:

Die Zugaben

Großartige Lieder, furchtbarer Anlass – und leider kommt er wieder und wieder und wieder

Achtung: Erschreckende Bilder!

Lasst uns Weihnachten sabotieren!

Dazu hat Tante Tex mit ihrem aktuellen Story-Samstag-Thema aufgerufen. Als Weihnachtsfan ging ich die Weihnachtsabende durch, die ich schon erlebt habe und an die ich mich noch erinnern kann. Was fiel mir da nicht alles ein! Lauter schöne Erinnerungen. Kein Drama weit und breit … hm …bis, ja bis ich einen Spaziergang machte und am kleinen Theater am Eck vorbei kam …

shakespeare
Zwar kein Theater, aber die Geburtsstätte vieler Dramen

Das kleine Theater am Eck hatte seine beste Zeit wohl schon hinter sich. Nicht nur die Fassade bröckelte längst, auch die Laienschauspieler waren in die Jahre gekommen. Statt der radikalen Gesellschaftsschocker wie früher, führten sie jetzt klassische Stücke auf, Ödipus, Dantons Tod, Mutter Courage, gelegentlich einen Shakespeare. Das Stammpublikum konnte man fast an einer Hand abzählen. Seit langem war kein neues Gesicht mehr zu entdecken im Zuschauerraum, wenn der Vorhang aufging.

Die kleine Theatergruppe saß wieder einmal beisammen und dachte laut über die Zukunft des Theaters nach. „S“ hieß es. Scala war ja schon vergeben gewesen und „S“ beinhaltete nicht nur S-pielraum für Interpretation, es stand auch für S-chauspiel, S-tücke, S-zene. „S“ hätte die Szene für Schauspiel werden sollen. Damals, bei seiner Gründung, vor mehr als 30 Jahren. Heute hing der Buchstabe windschief über dem Eingang, wie ein untergehender Stern am Theaterhimmel.

Dirk, der als Intendant und Regisseur fungierte, und in seinem Broterwerb kurz vor der Pensionierung stand, sprach es aus, was alle dachten:

Weihnachten ist unsere letzte Chance. Wenn wir jetzt nicht die Kurve kriegen, dann sperren wir im neuen Jahr zu!

Theatralisch wie es sich für einen Theaterdirektor gehörte, schlug er mit der Faust auf den Tisch. Die anderen nickten betroffen und schwiegen. Erst nach einer Weile meinte Amalia, dass sie über ihre Firma vielleicht eine kleine Werbekampagne für das Theater machen könnte.

Wir brauchen Leute, die jedes Monat ins Theater gehen. Fixe Einnahmen, sonst wachsen uns die Mietkosten völlig über den Kopf

erinnerte Herbert, der Kassier, an das immer größer werdende Loch in der Vereinskasse.

Bei der dritten Flasche stilles Mineralwasser hatten sich die Schauspieler warm geredet. Die Ideen sprudelten nur so und gegen Mitternacht stießen sie auf den Kick-Off ihres neuen Werbeprojekts an: Xma-S-4U  war geboren.

Und am 23.12. schauen wir, ob das Christkind heuer den Leuten ausreichend Theaterkarten unter den Baum legen wird, damit uns das  S erhalten bleibt!“ Mit diesen hoffnungsfrohen Worten ging die Schauspielgruppe am frühen Morgen eines kalten Novembertages auseinander.

Am ersten Adventsonntag wurde eine halbseitige Anzeige in der Stadtzeitung geschaltet, um neue Abonnenten zu ködern. Außerdem hängte Amalia zusammen mit ihrem Ehemann ein selbst gemaltes Transparent am Theatergebäude auf. Dadurch wurden nicht nur die Stellen überdeckt, an denen der Putz schon fehlte, sondern auch eine Werbefläche genützt, die von der Hauptstraße aus einsehbar war. Sie beglückwünschte sich zu diesem genialen Schachzug und ging zufrieden nach Hause.

Der Dezember verging, doch das Telefon blieb meistens still. Niemand meldete sich, um ein Theaterkarten-Abo zu kaufen. Nur ein paar Kinder oder Jugendliche riefen gelegentlich Herbert an und spielten ihm ein ohrenbetäubendes Lied vor, wenn er abhob:

„I can’t stand it,  I know you planned it …“

Verärgert legte Herbert auf. Das war ihm in 50 Jahren noch nicht vorgekommen.

Am zweiten Adventsonntag, nachdem die zweite Annonce geschaltet war, rissen Vandalen das Plakat über dem Eingang herunter und zündeten es auf den Stiegen vor dem Theater an. Die verkohlten Überreste fand Dirk am nächsten Morgen.

Sabotage!“ wütete er bei dem eilig einberufenen Treffen der Theatergruppe. Die Flaute von Xma-S4U enttäuschte alle. Da hatten sie sich so einen hippen working title einfallen lassen und erhielten statt Nachfragen nur Belästigungen, wie es das S noch nicht einmal erlebt hatte als sie in den 80er Jahren die Publikumsbeschimpfung auf den Spielplan gesetzt hatten.

Ich verstehe nicht, warum unsere Werbung gar keinen positiven Effekt zeigt“ seufzte Amalia. „Mein Plakat war so schön lesbar, sogar von der Kreuzung aus. Bei jeder Rotphase hatten es die wartenden Autofahrer vor der Nase. Und in der Zeitung waren wir gleich auf Seite 3 …“ Grübelnd schüttelte sie den Kopf. Dirk blätterte in dem Wochenblatt, das er auf dem Weg hierher am Bahnhof mitgenommen hatte. Da war ja auch ihre Anzeige. In übergroßen Lettern stand gut lesbar:

Sichern Sie sich Ihr persönliches Drama im nächsten Jahr!

Nur bis Weihnachten 25% Nachlass auf alle Abos!

Jetzt

S-Abo-Tage!

Telefonische Bestellung unter …

Die S-Abo-Tage verhagelten der Theatergruppe letztendlich die Weihnachtsfreude. Aber wissen Sie was? Das Weihnachtsfest feierten die Schauspieler trotzdem, jeder für sich, im Rahmen seiner Familie.

Und am 24. Dezember rief doch noch jemand bei Herbert an. Er wollte zwar kein Abo, aber er war bereit, als Investor einzuspringen – unter einer Bedingung: Das Theater sollte auf Sabotage umgetauft werden.

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Heute lese ich … über schwangere Frauen und große kleine Wunder

Die Schwangerschaft – unendliche Weiten. Als Trekkie liegt so eine Einleitung nahe, auch wenn sie recht plump daher kommt – eben so wie ich seinerzeit als Hochschwangere: Kurz vor dem Geburtstermin streikte die Grazie, die Füße glichen am Ende des Tages schon einmal den zarten Elefantenpfötchen eines Benjamin Blümchen und bei  Spaziergängen hätte ich im Schnaubwettbewerb jede Dampflok geschlagen. Ich konnte es kaum noch erwarten, den Nachwuchs endlich auf Händen tragen zu dürfen, statt im Bauch. Das zarte Kindelein zum Schlafen in ein weiches Bettchen legen zu können, und mich an seinem friedlichen Anblick zu erfreuen. Ach ja, und die Weiten – die zeigten sich dezent in der Kleidergröße der Umstandsmode.

Wir schreiben das Jahr 2000 und etliches. (Von der Star Trek Intro komme ich jetzt wohl nicht mehr so leicht weg). Drehen wir den Kalender aber doch bitte um gut 2000 Jahre (und etliches) zurück. Wo sind wir dann? Genau:

Dies sind die Abenteuer einer kleinen Familie, die lange unterwegs war, um sich in der Geburtsstadt des Mannes zur Volkszählung zu melden. Und damit sind wir auch schon mitten in der Geschichte, um die es heute gehen soll, der Weihnachtsgeschichte. Um diese Jahreszeit ist sie wohl die populärste, und passend zum Science Fiction Klimbim, das ich als festlichen Schmuck gewählt habe, und dem Föderationsgedanken im Star Trek Universum stehen auch hier strahlende Sterne, Völker und Frieden im Mittelpunkt.

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Der Plot ist sicherlich bekannt. Die Kurzfassung lautet in etwa:

Ein Handwerker namens Josef ist mit einer jungen Frau unterwegs. Sie heißt Maria und ist schwanger, beteuert jedoch, immer brav und anständig gewesen und deshalb von Gott auserwählt worden zu sein. Die Reise zu Fuß und zu Esel dauert lange und ist beschwerlich. In Betlehem suchen die beiden nach einer Unterkunft, aber alle Zimmer sind belegt. Ein Junge aber hat Erbarmen mit den beiden und zeigt ihnen einen Stall, in dem frisches Stroh liegt. Dort bringt Maria in der Nacht ihren Sohn zur Welt, ganz alleine, nur unterstützt durch einen Zimmermann, in Gegenwart der Stalltiere. Statt eines weichen Bettchens muss das Neugeborene in der Futterkrippe liegen. Ochs und Esel begreifen schnell, was die Wirte nicht sehen wollten: Es handelt sich nicht um eine gewöhnliche Familie. Auch die von weit her angereisten Weisen deuten die Geburt aufgrund des Sterns über der Krippe als ein außergewöhnliches Ereignis.

Meine kleine 1½-jährige Z liebt das Buch. Jeden Abend nimmt sie alle Figuren sorgfältig heraus und blättert dann von hinten nach vorne, um alle wieder an ihren Platz zu stecken. Danach fängt geht es von vorne wieder los – bis die Mama das Licht ausmacht.

Die Kartonseiten und herausnehmbaren Figuren, die zu einer hübschen Krippengruppe (mit einem Engel, den drei Weisen, einem Schafhirten, Kindern, einem Schaf, Ochs und Esel und natürlich der heiligen Familie) zusammengestellt werden können, sind ausreichend dick und haben bisher die nicht immer ganz feinfühlige Handhabung durch zwei Kinder gut überstanden.

Meine 3½-jährige E lässt sich die Geschichte immer noch gerne vorlesen und hilft der kleinen Schwester auch fleißig beim Herausnehmen und Hineinstecken der Figuren. Dadurch wird zwar mitunter der Vor-Weihnachtsfrieden kurzfristig gefährdet, weil die Kleine gar keine Hilfe will, aber insgesamt ist das Buch eine Bereicherung für gemeinsame Lesezeiten.

Es vereint die (in Haba-Manier) sehr nett gezeichneten Bilder mit einer Feinmotorikübung für ganz junge „Leser“ und der Grundessenz des Weihnachtsfestes, in Worten, die auch Kindergartenkinder verstehen. Ach, natürlich darf man die Krippe nicht vergessen!

Ein wirklich schönes Buch, das Freude bereitet.

Um den Bogen nun wieder zur Einleitung zu bekommen: Mir persönlich gefallen einige Details besonders gut, zum Beispiel die Darstellung einer sich im Schatten ausruhenden schwangeren Maria (während ein böse drein blickender Wirt dem armen Josef ganz offensichtlich jede Hilfe verweigert). Ein Kinderbuch, in dem die Strapazen der Herbergssuche realistisch wiedergegeben werden statt sie zu verklären. Dieses Buch handelt von einer längst vergangenen Reise und erscheint mir doch sehr aktuell.

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Im Hintergrund lehnt sich Maria im Schatten des Hauses verschnaufend an die Wand. Josef scheint seine gute Laune selbst bei vielen Absagen nicht zu verlieren

Ein Beitrag inspiriert durch die Rubrik „Heute lese ich …“ von Wortgeflumselkritzelkram