Bäh!

Wie macht das Schaf? Bäääääh, genau. Und wie macht der Käfer? Hm, keine Ahnung, vielleicht brrrrrrmmm, wenn er herumfliegt. Die Kinder, die ihn sehen, machen meistens „Ah!“ und „Oh!“ oder auch „Igitt!“ und „Bäh!“

In lebender Form mochte ich Käfer immer, ganz besonders die Marien-, Glücks- oder Sonnenkäfer. In Schokoform als Glücksbringer aber bereiteten sie sie mir alles andere als glückliche Zeiten. Die Beine waren schuld. Ich kann mich erinnern Qualen durchlitten zu haben, nachdem meine Schwester und ich Schokokäfer mit aufgeklebten Papierbeinchen geschenkt bekommen hatten. Die gute Schokolade oben und unten diese ekelhaften Käferbeine dran. Ich denke, die Sucht nach Süßem siegte letztendlich, aber mir grauste die ganze Zeit während des Kauens und meine große Schwester wußte meine Leiden durch entsprechende Kommentare noch zu bestärken. So sind Geschwister nun mal.

Mein Grausen hat sich mittlerweile gelegt, vermutlich, weil mir niemand mehr Schokokäfer schenkt, nur noch Marzipanschweinchen oder Rauchfangkehrer.

Mit Kindern hat man ohnedies andere Sorgen und nimmt alles, in welcher Form auch immer es daherkommt, solange es nur Schokolade ist 🙂

Die Brotwahl ist zum Beispiel ein schwieriges Thema geworden, seit ich Mutter bin. Ich mag ja besonders gerne Kürbiskern-, Sonnenblumen- oder Karottenbrot. Meine Kinder mögen diese Sorten nicht unbedingt, weil die ersten beiden mit Kernen bestreut sind und  in letzterem Karottenstückchen zu finden sind. So was aber auch!

Neulich konnte ich meiner Tochter dann aber doch einmal ein Sonnenblumenbrot unterjubeln. In cognito sozusagen. Als ich zur Jause rief und meinte, dass ich Honigbrote schmieren würde, kam sie höchst erfreut in die Küche gesprungen, setze sich zu Tisch, schaute durch’s Fenster in die Sonne hinaus und fing an zu singen: „Erst kommt der Sonnenkäferpapa, dann kommt die Sonnenkäfermama…

Gemeinsam beträufelten wir die Butterbrote mit Honig und freuten uns auf eine leckere Jause. Kaum hatte ich in mein Brot gebissen, verkündete E stolz, im Bemühen, das Faktische festzuhalten und Smalltalk zu betreiben:

Ich esse gerade Sonnenkäferkörner„.

Sonnenblumenkörner sind das! Von der Sonnenblume! Blume, nicht Käfer!“ rief ich entsetzt aus, aber so ein kribbeliges Grausen war plötzlich wieder da.

Bääh!

 

 

 

 

 

3 Gedanken zu “Bäh!

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