Friede, Freude und bloß kein Eierkuchen

Meine Tochter hat sich einen Magen-Darmvirus eingefangen. So weit, so unappetitlich und vor allem so lästig, weil es nicht nur alle meine Speisepläne durcheinander gebracht hat (natürlich erst nachdem ich die entsprechenden Einkäufe erledigt hatte), sondern auch dazu führte, dass das arme Kind seit Tagen nur (langweilige) Schonkost essen darf – und wir mit ihr. Denn einer 3-Jährigen zu erklären, warum sie als einzige nicht X und Y zu essen bekommt ist mit einem deutlich größeren Energieaufwand verbunden, als die ganze Familie auf Diät zu setzen. Außerdem wird es erfahrungsgemäß sowieso einen nach dem anderen erwischen – da ist das Leiden abgeschwächt, wenn man den Organismus nicht zu stark belastet. Statt win-win also lose-lose für alle, irgendwie.

Mein neuer Teilzeit-Mama-Teilzeit-Arbeitskraft-Alltag kommt auf diese Weise auch gleich zu Beginn gehörig ins Stottern, aber es wäre ohnedies völlig realitätsfern zu glauben, dass mit Kindern noch ein 5-Jahres-Pla… ach Quatsch … 5-Tages-Plan wirklich umsetzbar wäre.

Es kam also (wieder einmal) alles anders als gedacht, aber es war … wunderbar! Ich blieb bei der kranken Tochter zu Hause, die zum Glück weder Fieber noch sonst grobe Beschwerden hatte (solange sie nicht das Falsche aß). Und zwar nur mit einer Tochter und das war fast wie Urlaub. O.K., spätestens seit der Geburt der kleinen Z habe ich meine Ansprüche und Erwartungen an persönliche Freizeitgestaltungen offensichtlich noch um ein paar (Keller)Stockwerke runter geschraubt, aber so einen ganzen Tag nur mit der „Großen“ hatte ich schon lange nicht mehr. Es gab kein Zanken um Spielzeug, kein Schubsen, kein Petzen, keine Eifersucht, kein zu wildes Spielen, kein Buhlen um Mama oder Papa. Ach, war das friedlich. Bücher lesen, basteln, singen, Essen kochen, malen. Alles schön harmonisch, in Ruhe.

Es gibt ihn also doch noch den vorweihnachtlichen Frieden.

Und wie haben wir uns gefreut als wir endlich die kleine Schwester aus dem Kindergarten abholen konnten!

Zehn Sekunden später ging zwar das Zanken, Petzen, Schubsen und Buhlen wieder los, aber trotz Diätkost war es nahezu ein idyllischer Familientag. Und aus eigener Erfahrung mit einer Schwester weiß ich ja, dass die Sticheleien, Neckerein und das Streiten irgendwann aufhören: Wir streiten uns nur noch, wenn wir uns persönlich treffen, dazwischen (am Telefon) herrscht meist traute Eintracht  😉

 

 

6 Gedanken zu “Friede, Freude und bloß kein Eierkuchen

  1. Hoffentlich sind alle wieder gesund bei Euch zuhause und es stehen wieder Eierkuchen auf dem Tisch. 😀 Ich könnte auch nicht drauf verzichten, aber Du hast schon recht, dann sollten lieber alle in einem Boot sitzen und Schonkost essen um danach wieder alle gemeinsam zu schlemmen… Man ist eben ein Team. 😉

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