Schlagwort: Gedicht

Wortreich ausgezahlt – abc-Etüden

Einst saß ein Zwerg auf einem Berg und dachte nach über die Sprach:

„Muss das Grün den Häusern weichen,

so heißt es dann verbaut.

Wird das Wasser aufgestaut,

sagt man dann verdammt?“

 

Seine Gedanken schwirrten umher,

der Namen Herkunft interessierte ihn sehr:

 

Einöd, Vierhausen und Zweibrücken,

da lässt sich leicht klären – ganz ohne Lücken –

wie sie zu ihrem Namen

kamen.

Doch Tuttendörfl, Siebenhirten und Tausenblum –

ist das exakt oder symbolisch nun?

Waren es wirklich hier sieben,

dort tausend und wer weiß schon was (sie trieben)?

 

Worte bedeuten grenzenlosen Spaß,

dienen dem Reden, dem Scherzen, selten den Fakten.

Öfter geht es um Wünsche und Träume, vorbei an der Realität,

der nackten.

 

Doch wo keine zwei Brücken die Menschen verbinden,

der Mensch durch die Vielfalt der Sprache zur Einsamkeit verdammt,

kann man bald nur noch Angst und Hass finden,

statt grenzenlose Freiheit zu genießen.

 

Würde dich das nicht auch verdrießen?

 

 

2017_42.17_zwei_lz | 365tageasatzaday

 

abc-Etüden von Christiane mit den drei Schlüsselwörtern von Gerda Kazakou und einer Illustration von lz.

Sinn-los

Gar nichts wollen. In den Tag hinaus hören, weit weg vom eigenen Körper. Flugzeuge, Motorräder, Kinderstimmen, Rasenmäher. Das Leben rundum, eine liebliche Kulisse.   Sie spuckt dich aus wie einen Kirschkern. Bitte draußen bleiben! Ungenießbar.     Gar nichts wollen. In die Nacht hinein starren, … Sinn-los weiterlesen