Schlagwort: Film

abc-Etüden: Brrrmmmm….

Seit einer gefühlten Ewigkeit zuckelte sie nun schon hinter dieser PS-lahmen Knutschkugel her.

Auf der kurvigen Strecke gab es keine vernünftige Möglichkeit zu überholen und auf halsbrecherische Manöver ohne jede Weitsicht konnte sie liebend gerne verzichten.

Ihre Gedanken verloren sich irgendwo in den Untiefen ihres Verstandes.

Noch nie hatte sie verstanden, was Buben (und Männer) Spielzeug wie den Transformers abgewinnen konnten, aber nun lächelte sie bei der Vorstellung, wie bei der Verwandlung ihres eigenen Autos in einen übermächtigen Roboter allen anderen Verkehrsteilnehmern der Atem stocken würde.

Als Actionfigur könnte sie dann den nervtötenden Schleicher vor ihr genauso zur Seite räumen wie den lästigen Drängler hinter ihr.

Selbst den lebensmüden Halbstarken, der sie und das Töfftöff eben mit aufheulendem Motor direkt vor der Kehre überholt hatte, würde sie mit ein paar metallisch hallenden Schritten einholen und in der Hand einfach zerquetschen.

Und danach führte sie ihr Weg noch nicht einmal in den Beichtstuhl, um für diese Tat um Vergebung zu bitten, sondern einfach immer weiter auf den Straßen, hinaus in die große Welt voller Autobots – zu weiteren spannenden Actionabenteuern.

Grinsend stieg „MAMA-die Aufräumerin“ ein bisschen aufs Gas, nur um gleich darauf mit rasendem Herzen auf die Bremse zu springen, weil die Knutschkugel vor ihr die nächste Kurve tatsächlich im Schneckentempo zu nehmen gedachte.

Im Film sind Blechsalate cool, in Wirklichkeit aber einfach nur gefährlich.

2017_37.17_zwei_lz | 365tageasatzaday

Noch ein Beitrag zu den dieswöchigen abc-Etüden von Christiane (aus 3 Worten werden maximal 10 Sätze), diesmal mit Bild und Wortvorgabe von lz, und mein „wörtlicher“ Beitrag zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen  😉

Eher friert die Hölle zu …

Die Theorie

Als Eltern, insbesondere bevor das Kind auf der Welt ist, kann man sich eine ganze Menge Gedanken darüber machen, nach welchen Prinzipien man erziehen will, welche Wertvorstellungen man weitergeben möchte und was es auf gar keinen Fall in der eigenen Familie geben wird – absolute No-Gos wie Essen beim Fernsehen, Süßigkeiten vor der Hauptspeise oder Opfer von Prinzessinnen/Kitten-Merchandising zu werden: Eher wird die Hölle zufrieren als dass wir uns zum Beispiel der Frozen-Mania hingeben!

Die Praxis

Als Eltern, insbesondere wenn das Kind dann auf der Welt ist und anfängt in zwischenmenschlichen Kontakt mit außerfamiliären Mitgliedern der Gesellschaft zu treten (Spielplatz, Kindergarten, Geburtstagsfeiern von Freunden, beim Einkaufen mit den Eltern) kann man sich eine ganze Menge Gedanken darüber machen, was mit den Prinzipien eigentlich passierte, die man alle einhalten wollte, welche der Wertvorstellungen noch zu retten sind, die man weiterzugeben gedachte und warum es in der Familie so viele Oh-Nos! gibt, die man auf jeden Fall vermeiden wollte.

Diese ganzen Hypes, die durch Filme, Serien und jede Menge Merchandising schon bei den Jüngsten zu Peer-Pressure führen, sind mir ein Dorn im Auge, den wir bisher ganz wunderbar übersehen konnten. Dann aber passierte Folgendes:

Die beste Freundin im Kindergarten ist ein großer Fan von Elsa und Anna und brachte den Hype ganz subtil zu uns nach Hause. Elsa und Anna hier, Elsa und Anna dort. Um der Tochter eine Freude zu machen, kaufte ich ihr Schuhe mit den beiden Disney-Prinzessinnen drauf und dachte, die Sache wäre damit geregelt. Doch weit gefehlt: Aus unserem frozen-freien Heim wurde plötzlich des Disney-Dramas Nebenschauplatz.

Es gibt stundenlanges Drama um Dinge, die gar nicht da sind! Wie ein Elsakostüm zum Verkleiden (das aber die Freundin hat) oder eine Elsatasche (die die Freundin hat) oder Schmuck mit Elsaemblem (die natürlich die … ihr wisst schon). Das eigene Kind, das noch nie Frozen gesehen hat, mag nur noch Dinge, auf denen unterkühlt lächelnde Prinzessinnen abgebildet sind! Und damit nicht genug:

E’s ganze Weltsicht dreht sich nur noch um die zwei fiktiven Mädchen:

  1. Sachen, auf denen nicht Elsa und Anna drauf sind, sind langweilig
  2. Was Kindern wirklich Freude bereitet, sind Sachen von Elsa und Anna, weil  … siehe 1.

Auf meine Frage, warum sie plötzlich unbedingt diese Elsa und Anna Sachen möchte, erklärte sie mir, dass es eben nicht genug ist, nur eine Sache (ein Paar Schuhe) von Elsa und Anna zu haben. Meine Strategie „Angriff ist die beste Verteidigung“ respektive „Mit einem Geschenk wäre die Nachfrage gesättigt“ ist leider nicht nur nicht auf-, sondern wirklich voll daneben gegangen!¹

Glühend vor Zorn überlege ich jetzt, ob ich Frozen tatsächlich in einer Sneak-(Post)View anschauen muss (immerhin kennt den Film vermutlich schon jede Mutter kleiner Töchter und die Töchter sowieso in und auswendig), damit auch wir eine Ahnung davon haben, worum es geht und was daran so toll sein soll.

*geschrieben von meinem Smartphone während ich die DVD-Regale im Spielzeugladen durchsehe*

spurenimschnee
An manchen Dingen scheint kein Weg vorbei zu führen. Gehört Frozen dazu?

¹Herausgeschnittene Szene / Deleted Scene

M. Mama: „Papa wollte gar nicht, dass ich die Schuhe kaufen, aber ich wollte dir eine Freude machen …“

Die 4-jährige E ganz ernst (entrüstet statt dankbar): „Wenn dir der Papa verboten hat, die Schuhe zu kaufen, dann darfst du sie nicht kaufen!“

Hätte ich doch nur auf meinen Mann gehört oder auf meine Tochter!

 

 

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