Schlagwort: Buch

Süße Hörnchen

Gibt es jemanden, der sie nicht liebt? Die Eichhörnchen? Na ja, vielleicht der Hausmeister von Scrubs, seine Liebe zu diesen Tieren ist – äh- erschreckend. Aber sonst? Hörnchen – süß, oder?

Wir lesen derzeit zum Einschlafen gelegentlich ein Buch namens „So leben die kleinen Eichhörnchen„. Das Buch ist sehr nett gemacht und schon für ganz junge Kinder geeignet. Sowohl E als auch die 2-jährige Z hören gespannt zu und freuen sich über ihr bereits angeeignetes Wissen über die possierlichen Tierchen:

Z über die Eichhörnchen-Babies: „Die kleinen können nicht sehen!

E beantwortet schon stolz die Fragen, welche in dem Buch gestellt werden: „Den Schwanz brauchen sie zum Steuern!

Eine Eichhörnchen-Mama (und ihre Kinder) werden durch ein Jahr begleitet. In kurzen Sätzen wird beschrieben was die Tiere machen, was sie fressen, wie sie leben, wer ihre Feinde sind. Man kann das Buch vorlesen wie eine kurze Geschichte und dabei immer wieder Zusatzinfos einbauen, die an den Seitenrändern extra angeführt sind (Wer lebt noch auf dem Baum, was steht alles auf dem Speiseplan der Eichhörnchen …).

Offenbar gibt es eine ganze Reihe Tierbücher von Friederun Reichenstetter und wir werden sicherlich noch mehr davon lesen.


Auf dem Bild hat sich übrigens auch ein Vertreter der Familie Hörnchen versteckt. Findet ihr ihn (oder sie)?

murmeltier

 

 

Heute lese ich … über das Kaninchenproblem

Wer sich nun auf einen Beitrag über Diskrete Mathematik, die Fibonacci Folge und das (nur scheinbar überschaubare) Populationswachstum von Kaninchen gefreut hat, den muss ich leider enttäuschen. Es wird zwar auch ums Zählen gehen, Fibonacci kommt aber nur in der folgenden Form in meinem heutigen Beitrag vor:


Ein vorösterliches Fibonaccerl (1-1-2-3-5-8-13):

Ostern

Freude

Bunte Farben

Eierschmuck an Palmzweigen

Wir lesen Bücher über Hasen,

die über grüne Rasen rasen und zählen Dinge 

gar nicht mal dumm, so geht die Zeit bis Ostern noch schneller rum

 


Meine große Tochter schwärmt bereits jeden Tag von Ostern. Von früh bis spät erschallen Osterhasenlieder, werden Ostereier und Hasen gemalt oder laut von Schokoladefiguren und Geschenken geträumt.

Gut, der richtige Ostergedanke schwingt noch nicht so sehr mit, aber diese Vorfreude im Frühling erinnert mich an meine Kindheit, Spaziergänge in die Au oder durch kleine Gassen, auf der Suche nach den ersten Blumen in den Gärten oder am Flussufer.

Bereits mehrfach musste ich auch schon eine sinnvolle Erklärung darüber abliefern, warum der Osterhase in der Nacht die Eier versteckt und nicht einfach tagsüber vorbei kommt, damit ihn die Kinder auch sehen und mit ihm spielen können. Hasen sind scheue Tiere, liegen tagsüber geduckt und gut getarnt in Mulden und trauen sich nur nachts heraus. Bei Osterhasen ist das nicht anders – nur falls jemand fragt.

Wir haben jedenfalls wieder ein Hasenbuch ausgegraben, dass im Winter kaum angeschaut wurde, sich nun aber ganz wunderbar für E’s derzeit vorherrschendes Interesse am Abzählen von Dingen eignet:

zwoelfhasen

12 Hasen allein zu Haus – Ein wimmeliger Sachen-Such-Spaß

Wir begleiten das weiße Häschen Sophia einen Tag lang durch und rund um das Hasenhaus. Sie ist auf der Suche nach … Ja, das erfährt man nicht so schnell. Kurze Reime beschreiben, was die Hasenbande gerade tut, vom Frühstück bis zum Schlafengehen.

Im Hasenhaus wohnen insgesamt 12 Hasen, die sich die Zeit mit Rollerfahren, Theaterspielen, Musizieren und anderem vertreiben. Auf jedem Bild wird außerdem nach bestimmten Dingen gefragt, die es zu entdecken und zu zählen gilt.

Man kann das Buch ganz wunderbar

  • mit den Jüngsten nur anschauen
  • den ein bisschen Größeren nur vorlesen
  • oder – in der Maximalvariante – auch noch die Such-und Zählübungen einbinden, die E gerade großen Spaß machen. „Verrat’s nicht!“ ruft sie, wenn sie noch nicht alle gesuchten Gegenstände gefunden hat.

Ein Buch, das wirklich Spaß macht und in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Eine sehr gelungene Mischung aus Bilderbuch und Wimmelbuch mit einem entzückenden Ende.

Ach übrigens, besonders schön ist die letzte Annahme in Fibonaccis Kaninchenvermehrungsproblem. Sie klingt ein bisschen nach Märchen und dem, was wir Sophia und ihrer Hasenbande auch wünschen:

Und sie lebten glücklich bis ans nie kommende Ende ihrer Tage – Happy End!

oder lehrbuchmäßig:

fibonacci-rabbits

 

 

 

 

 

Heute lese ich … über das Hühnchen und den Wolf

Ich verzichte seit zwei Jahrzehnten auf Fleisch. Aus Überzeugung, weil Tiere ein Recht auf ein würdiges Leben haben. Daher halte ich Wölfe auch nicht für böse und Hühner müssen in meiner Gegenwart nicht damit rechnen, gerupft zu werden.

Bis 2017 war das so. Dann änderte sich auf einen Schlag alles!

O.K., das war jetzt ein bisschen dick aufgetragen, aber zumindest das Hühnchen musste daran glauben.

Wie es zu einem solchen Sinneswandel kommen kann? Folgendermaßen:

Vorgeschichte bis hin zur Geschichte in der Geschichte

Man kaufe ein Buch über eine Geschichte, in der es Wölfe nur in Geschichten gibt. Das ist zumindest das, was der Ziegenvater denkt, als er seinen Geißlein (auf deren eigenen Wunsch) die gruselige Geschichte vom bösen Wolf vorliest. Doch plötzlich scheint das, was in der vorgelesenen Geschichte passiert, auch den Ziegen selbst zu widerfahren: Unheimliche Geräusche hier, offene Fenster unter dem Dach, ein gräßliches Klopfen dort und zu guter Letzt der Geruch von Feuer!

Während die Zicklein fast schon panisch werden, beharrt der (Kuchen backende, Wäsche waschende) Ziegenvater darauf, dass es Wölfe gar nicht gibt – außer eben in Geschichten. Als Erwachsener weiß er schließlich Bescheid über die Welt und hat darüber hinaus auch noch die Aufgabe, seinen Kindern die Angst zu nehmen. Das tut er auch vollends überzeugt davon, Realität und Geschichten-Humbug bestens unterscheiden zu können, bis … ja, bis es zu regnen beginnt und er hinauslaufen muss, um die Wäsche abzunehmen.

Den Schluß verrate ich jetzt aber nicht. Das wäre wirklich ein Spoiler! Da müsst ihr schon selbst in das amüsante Buch „Wölfe gibt’s doch gar nicht“ rein schauen, es lohnt sich.

woelfe-gibts-gar-nicht
Spannend, gruseliger Vorlese-Spaß

Väter – die geheimnisvollen Wesen

Von der Idee her finde ich das Buch erfrischend anders und der Spannungsaufbau ist ebenso gelungen wie die Überraschungseffekte. Auch das Rollenbild des Vaters ist detailreich ausgemalt und nicht unbedingt das klassische: Mittwochs bäckt er Schokoladenkuchen und kümmert sich um Haushalt und Kinder. Ob das nur mittwochs so ist, erfährt man nicht. Ob es sich bei dem Ziegenvater um einen alleinerziehenden, einen Vollzeit- oder „nur“ einen engagierten (die Mutter aktiv unterstützenden) Papa handelt, bleibt eines der großen Geheimnisse dieses Buches bzw. der Fantasie des Lesers überlassen. Auf jeden Fall wird ein sehr löblich, weil sorgendes Vaterbild gezeichnet.

Normalerweise würde ich mich ja jetzt auf meinem Blog über den obligatorischen Mittwochs-Schokoladekuchen echauffieren und die geheime Zuckerwerbung anprangern, ohne welche die Kinderbücher schon seit langem nicht mehr auszukommen scheinen, mindestens seit Hänsel und Gretel und dem berühmten Lebkuchenhaus. Wäre es aus Brokkoli gewesen, hätten die Geschwister ein grausames Beinahe-Schicksal weniger erleiden müssen! Ich möchte das nur einmal am Rande erwähnen.

Immerhin könnte es bei Ziegens zu Hause mittwochs ja auch immer bunten, knackigen Salat geben. Wer würde sich besser als Gemüsewerbeträger eignen als ein Pflanzenfresser! Ziegen mögen ja auch gar keinen Kuchen und backen werden sie ihn noch viel weniger. Aber ich habe genau genommen auch noch nie eine Ziege gesehen, die ihren Kindern Bücher vorliest. Also lassen wir das. Wo ich den wöchentlichen Kuchentag noch nicht einmal meiner Schwiegermutter ausreden konnte. Und die Zucker-ist-böse-insbesonders-in-Literatur-für-die-ganz-Kleinen-Schelte habe ich nun langsam ausreichend ausgeschlachtet.

Apropos. Damit wären wir endlich bei dem armen Hühnchen angekommen, von dem ich eigentlich berichten wollte. Jenes Federvieh muss ich noch mit meinem Mann rupfen, der sich ebenfalls zur Gattung der vorlesenden Väter zählt. Neulich beschloss er, das Wolfsbuch abends als Einschlafgeschichte unserer Tochter vorzulesen und zwar so unheimlich und gruselig wie nur möglich. Oh, ich habe die Rufzeichen vergessen: so unheimlich und gruselig wie nur möglich!!!

Ja..ha, so sind sie die Väter – es ist nicht immer durchschaubar, was in so einem Papa vor sich geht.

Fazit

Zwei Nächte lang konnte unsere E nicht gut schlafen, sondern hatte schreckliche Albträume von einem Wolf, der Kindern und Kuscheltieren auflauern würde. Sie wachte schreiend vor Angst auf. (Was nebenbei gesagt auch bedeutet, dass ICH nicht gut schlafen konnte, weil ich das arme Kind trösten musste, während mein Mann gar nichts mitbekam von der ganzen Wolf-hat-Kuscheltier-gefressen-und-versteckt-sich-unter-dem-Polster-Panik).

Ich mag das Buch trotzdem sehr, und E mochte es lange Zeit auch, aber man sollte es nicht als (Gute)Nachtgeschichte auf’s Nachtkästchen legen!


Wortgeflumselkritzelkram schreibt jede Woche über ein Buch, das sie gerade liest („Heute lese ich …„) und ich mache (derzeit vor allem mit Gedanken über Kinderbücher) mit.

Inzwischen beteiligen sich bei „Heute lese ich …“ auch
Michaela von Buecherlogie
Regine von Regenbogen und Freudentränen

Veronika von vrojongliert
und Tarlucy

 

 

Geheimer Tipp *zensiert PIEP*

Was tut man nicht alles, um das Kinderzimmer pädagogisch wertvoll auszustatten? Stundenlange Recherchen, welches Spielzeug neben seinen ökologisch unbedenklichen Eigenschaften auch noch wertvolle Inputs für die Entwicklung des Nachwuchses liefern könnte. Rezensionen und Kundenfeedback durchforsten, seitenweise farbliche Zumutungen zukünftigen Plastikmülls, aka Spielwarenwerbekataloge durchblättern. Tatsächlich gibt … Geheimer Tipp *zensiert PIEP* weiterlesen

Heute lese ich … über ungewollte Hilfe und neue Freunde

Der liebe Zeilenende wies mich in meinem letzten „Heute lese ich … “ Beitrag darauf hin, dass die – von mir kritisierte – Benjamin Blümchen Geschichte eben Freundschaft und Hilfsbereitschaft zum Thema habe. Und was soll ich sagen? Da hat er vermutlich recht. Ich war so abgelenkt von den fragwürdigen Wendungen des Elefanten-Hunde-Abenteuers, dass ich die Grundessenz der Aussage tatsächlich übersah.

Freundschaft und Hilfsbereitschaft – zwei wunderbare Möglichkeiten, eine Verbindung zu einem anderen Menschen (oder einem Tier) herzustellen.

Freunde sind oder sollten dazu da sein, einander zu helfen. Oft genug hört man den Satz, dass man die wahren Freunde daran erkennt, dass sie auch in schlechten Zeiten zu einem stehen. Hilfsbereitschaft kommt sowohl unter Freunden vor (oder sollte es zumindest) als auch unter einander gänzlich Fremden. Sie ist manchmal der (kitschig schöne) Beginn einer neuen Freundschaft. Oder aber nur der kurze Moment, der einen durch den Tag trägt, ein Lächeln auf die Lippen zaubert und die Welt für kurze Zeit freundlicher und netter erscheinen lässt.

Mit meinen Kindern lese ich gerade ein recht amüsantes Buch, das diese beiden Themen so plakativ hinausposaunt, dass auch ich sie heraus lesen kann.

grummelbaer

Grummelbär will schlafen

Das Buch von Marni McGee und Sean Julian, das im Original „Bear can’t sleep“ heißt und 2016 auf Deutsch im Kinder- und Jugendbuch Verlag Kerle erschien, handelt von den Tieren des Waldes, die sich auf den Winter vorbereiten und natürlich einem grummeligen Bären.

Während Fuchs, Eule, Eichhorn und Maus fleißig Vorräte anlegen, um die kalte Jahreszeit zu überstehen, gelingt es Fleck, dem Hasen, mit seiner tölpelhaften Art allen auf die Nerven zu gehen. Seine Hilfe ist nicht erwünscht, da sie letztendlich immer nur zu Chaos führt. Das geschäftige Treiben der Tiere wird durch einen vorbeikommenden, schlecht gelaunten Bären jäh unterbrochen. Fleck denkt, dass der Bär Hunger haben könnte und macht sich furchtlos auf den Weg zur Bärenhöhle – bewaffnet mit einem ganzen Stapel Blaubeermarmelade-Zwiebel-Broten.

Nach einer kurzen Slapstick-Einlage kommt der Hase mit nur einem einzigen Brötchen bei der Bärenhöhle an. Dort hört er wie der Bär darüber jammert, dass er vor Kälte nicht schlafen kann. Das wiederum lässt Fleck in der Nacht aus Mitgefühl und Sorge kein Auge zutun. Schließlich „borgt“ er sich von den anderen Waldtieren, während sie schlafen, ein paar Sachen aus und näht daraus eine große Patchwork-Decke. Als die Tiere am nächsten Morgen entdecken, dass der Hase ihnen einfach Kleidungsstücke weggenommen hat („Meine Unterhose!“ klagt die Maus), schimpfen sie mit Fleck.

Der Lärm ruft den Bären auf den Plan, oder vielmehr die Lichtung. Er packt den Fuchs am Kragen und brüllt alle an, dass sie endlich ruhig sein sollen. Der mutige Fleck entschuldigt sich beim Bären im Namen der Tiere und zeigt ihm das Geschenk, die Decke, die von allen gemeinsam stammt (auch wenn sie nicht ganz freiwillig dazu beigetragen haben).

Der Bär ist perplex und lässt den Fuchs laufen. Gerührt nimmt er die Decke entgegen. Der Mut und die selbstlose Hilfsbereitschaft des kleinen Hasen führen letztendlich dazu, dass der Bär endlich schlafen kann und sie alle Freunde werden.

Fazit

Uns gefällt das Buch sehr gut. Der Hase ist liebenswert, in der scheinbar harten Schale des Bären steckt ein weiches, frierendes Herz und somit ein Charakter, in den ich mich gut einfühlen kann (ebenso wie in den ungeschickten Hasen – aber das will ich jetzt nicht näher ausführen). Die lustigen Bilder machen das Buch auch, aber nicht nur für die Kinder kurzweilig und ausgesprochen unterhaltsam.

Der einzige Wermutstropfen ist in diesem Falle nicht, dass die Waldtiere recht opportunistisch handeln und sich nur zu gerne und etwas feige vom kleinen Hasen, den sie gerade noch beschimpft haben, retten lassen. Darüber schaue ich bei diesem Buch (völlig subjektiv, aber ) großzügig hinweg, da der Zorn des Bären so plötzlich über sie hereinbricht, dass schweigendes Hinnehmen der Geschehnisse sehr real anmutet. Das wirklich Gefährliche an dem Buch ist, dass man sich daraus vor allem das Gegrummel abschaut.

Ruhe da draußen! Sonst könnt ihr was erleben! […] Hatte ich nicht gesagt, ihr sollt ruhig sein!?

schallt es bei uns jetzt gelegentlich durch das Haus. Zum Glück weiß ich, dass E ohnedies ein sehr hilfsbereites Herz hat und nur gerade das Buch nacherzählt. Man könnte die drei Sätze natürlich auch weglassen (allerdings sollte so eine Zensur eine konzertierte Aktion sein, gemeinsam mit dem Vorlesepartner, sonst wird man dann womöglich von einem dreijährigen Dreikäsehoch energisch darauf hingewiesen, dass Sätze nicht  oder falsch vorgelesen werden: „Nein, es sagt nicht ‚Seid bitte ruhig, ich will schlafen‘, sondern er schrie ‚Ruhe da draußen! Sonst könnt ihr was erleben!'“ )


Wortgeflumselkritzelkram schreibt jede Woche über ein Buch, das sie gerade liest („Heute lese ich …„) und ich mache (derzeit vor allem mit Eindrücken über Kinderbücher) mit.

Inzwischen beteiligen sich bei „Heute lese ich …“ auch
Michaela von Buecherlogie
Regine von Regenbogen und Freudentränen

Veronika von vrojongliert
und Tarlucy