Wieviel ist ein Leben wert? Hängt es davon ab, wie andere uns sehen, was sie in uns sehe Verkäufliches Gut, Instrument, um den Egozentrismus zum Klingen zu bringen, die einzig wahre Liebe? Nur eine Frau, nur ein Ausländer, bloß ein lästiges Kind?

Wer uns im Weg steht, der möge sich schleunigst daran machen, unserem Ich Platz zu machen. Aber ein „unser Ich“ existiert leider nicht, und zum Glück.
So sehr wir Menschen uns ähneln, so sehr die Wissenschaft versucht, jedes Mitglied des Kollektivs Mensch zu erklären, so sehr unterscheiden wir uns auch.

Im Alltag erscheinen die Mitmenschen als Behinderung des eigenen, uneingeschränkten Seins, als Stolpersteine, Bremshügel. Manchmal aber auch als jemand, der spontan helfen will, der nicht mit angestrengter Miene vorübereilt, stillschweigend die Mitteilung „Ich habe Wichtigeres zu tun, stört mich nur nicht!“ mit sich herumträgt, ohne dass er andere ansehen, wirklich ansehen oder gar ansprechen würde.

Kommunikation ohne Worte. Eine faszinierende Fähigkeit vieler sozialer Wesen. Leider ist sie gerade bei der angeblich höchst entwickelten Spezies zu einer Unart entartet, insofern man eher sein Handy zückt für ein gutes Video, das sicher viral geht und ein paar Likes bringt als echten Kontakt mit Menschen in Not oder schwierigen Situationen zu suchen, Hilfe anzubieten.

Wenn Küchenmesser zum alltäglichen Mordinstrument werden, sollte uns der Appetit auf totes Fleisch längst vergangen sein.

Wenn Passanten, Menschen, die wir gar nicht kennen, Familienmitglieder, die wir nicht nur gewöhnlich recht gut  kennen, sondern vor allem beherrschen wollen, zum Objekt degradieren, dann ist es höchste Zeit über unsere Wertehaltung und Lebenseinstellung nachzudenken.

Und – vor allem – den stillen (politisch korrekten, moralisch erhabenen) Gedanken und Worte Taten folgen zu lassen!


Der Titel dieses Beitrags hat nichts oder zumindest nur im weitesten Sinne mit einer Lottoziehung ( in Österreich 6 aus 45) zu tun, sondern vielmehr mit dem traurigen „Rekord“ von 4 ermordeten Frauen in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres in diesem Land. Leben zu dürfen sollte kein Glücksspiel sein.