Wenn der Geist Geschichten schreibt, weil der Körper schon zu müde ist, um sich noch an den Schreibtisch zu setzen, sprießen aus jeder Pore Worte und Bilder, die so rasch aufblühen, dass manche von ihnen schon verdorrt sind, noch ehe sie entdeckt werden.

Sätze schlängeln sich durch Gedankengänge, an Verästelungen hoch elegant und lautlos wie Schlangen und schwingen sich wagemutig in die Lüfte, wo ihnen Flügel wachsen, damit sie höher und höher steigen können, bis sie endlich wie Seifenblasen an der Himmelsdecke zerplatzen und mit gebrochenen Schwingen dem Bodenlosen entgegenstürzen.

„Kein Einlass!“ steht ganz oben auf einem verblassenden Schild an einer kleinen Türe. Die Fantasie dreht sich enttäuscht um und schlurft erschöpft zurück in ihr Schneckenhäuschen, in welchem sie am nächsten Morgen blitzartig erwachen wird ohne die leiseste Erinnerung an das nächtliche Abenteuer.