Wir sind nicht alleine

Der Ort, in dem wir wohnen, mag noch so ruhig sein, im Garten ist man doch nie alleine, selbst wenn die Nachbarn ausgeflogen sind. Dann fliegen nämlich die fürsorglichen Eltern ein – und da rede ich jetzt (ausnahmsweise) nicht von mir und meinem Mann. Nein, wir Eltern haben Konkurrenz bekommen, sozusagen:

Vorne unterm Dach nisten die Amseln, hinten die Hausrotschwänzchen. Und letzteren habe ich neulich aufgelauert. Man will ja wissen, wie es in anderen Kinderstuben so zugeht.

Während ich mit der Kamera vorm Auge im Gras sitze und warte (und noch länger warte und mich schon anfange zu fragen, wie lange ich denn noch warten werde müssen und ob ich tatsächlich das Gras wachsen sehen kann), geht plötzlich ein Piepen und Klackern los. Hoch oben unterm Dach recken sich ein paar hungrige Mäuler in die Höhe.

Mama (?) Hausrotschwänzchen kommt auch schon durch den Garten gesaust, bleibt aber vor Schreck, als sie mich entdeckt, in Kolibri-Manier erst einmal im Flug stehen. Daraufhin werde auch ich panisch, weil ich viel zu langsam bin, um diesen Moment mit der Kamera einzufangen. Ich kann den Vogel im Teleobjektiv vor dem Baum einfach nicht so schnell finden.

In sicherer Entfernung werde ich dann noch mehrfach umkreist, mal setzt sich der kleine Vogel auf diesen Baum, mal auf jenen, mal auf die Hecke, mal auf den Zaun, aber immer so, dass er mich im Auge behalten kann. Skeptisch werde ich beäugt und letztendlich – zum Glück – als lästig, aber harmlos eingestuft. Das Gequietsche unterm Dach ist inzwischen wirklich heftig geworden. Mama Hausrotschwanz hat Besseres zu tun als die Gattung Mensch zu beobachten. Endlich gibt es Futter und für mich ein paar nette Fotos:

fuettern-entdeckt
Die fast perfekte Tarnung und die große Frage: Freund oder Feind oder einfach zu ignorieren? Menschen sind aber auch seltsame Mitbewohner

„Mama, Jause!“ Den Ruf kenne ich auch:

fuettern-einsruft
Erst eins …
fuettern-zweirufen
… dann zwei …
fuettern-dreifuettern
…dann drei. Dann eilt die Mama rasch herbei.

„Lecker-schmecker“ heißt es im Kindergarten, wenn es mundet

fuettern-einfuettern

aber die Mama hat zu wenig gekocht, äh, gebracht. Also nochmals los – Abflug!

fuettern-abflug

fuettern-abflug2

 

 

 

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