Rotes Tuch

Zu dem Triumverbat (???) dieser Woche, zu dem ihr alle Infos bei Christiane findet, fiel mir noch eine kurze Geschichte mit weniger als 10 Sätzen ein, die nicht nur von den 3 Wörtern, sondern auch dem interessanten „Visual“ in schreiendem Rot inspiriert wurde. Manche Mitmenschen sind für den einen oder anderen wie ein rotes Tuch. Ob man sich dadurch reizen lässt oder nicht hängt wohl weniger mit der Rot-Grün-Blindheit zusammen als vielmehr mit der inneren Einstellung oder aber an den äußeren Umständen.



Beim Schneiden der Paradeiser sah sie dem Schlawiner zu, wie er über ihren Zaun kletterte, zum Apfelbaum lief und anfing, ihre Äpfel zu pflücken.

Kinkerlitzchen“ sagten sie zu sich selbst und schüttelte den Kopf.

„Kinder sind halt so. Als ich  noch jung war, hätte so ein dreister Bursch für so einen Unfug eine Tracht Prügel bezogen, aber heutzutage schüttelt man nur den Kopf und sagt »Kinder sind halt so«.

Er war ein ganz schönes Stück auf dem alten Baum nach oben geklettert, um die reifen, roten Früchte in der Krone zu erwischen.

Er wußte genau, dass sie ihn beobachtete und er wusste, dass sie zu langsam war, um aus dem Haus zu laufen, um ihn zu verjagen.

Sie nahm die Schüssel mit den geschnittenen Paradeiser, stand auf und hörte ein Krachen.

„Jetzt ist der Ast abgebrochen“ sagte sie zu sich selbst und schüttelte den Kopf als sie ihn da so liegen sah, in ihrem Garten, laut jammernd.

„Kinder sind halt so“ murmelte sie und ging langsam zum Herd, um zu kochen.

Es war höchste Zeit für das Mittagessen.

2 Gedanken zu “Rotes Tuch

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