Die spinnen, die Hamster

Der Hamster stopfte in jede Backe ein Ei und lief los. Er schaffte es fast bis zum ersten Haus, dann wurde er müde, suchte sich am Feldrand einen verlassenen Mäusebau und rollte sich darin zu einem Schläfchen zusammen. Als er wieder erwachte war es mitten in der Nacht. Genau richtig, um seine geheime Aktion zu Ende zu führen. Er trippelte den Weg weiter, schlüpfte unter dem Gartenzaun durch und war endlich am Ziel.

Als er die bunten Eier aus seinen Backen schob, hatte sich die ganze Farbe abgelöst. Dafür hatte der Hamster statt eines weißen Brustflecks nun ein neongrünes und leuchtend gelbes Fell. Das Zeug schmeckte noch nicht einmal besonders gut. Pflanzenfarben wären gesünder gewesen und es würde einiges an Putzarbeit erfordern, um sein Haarkleid wieder auf Vordermann zu bringen. Aber immerhin, die Eier hatte er auftragsgemäß geliefert. Ein bisschen zerdrückt und ziemlich matschig, aber »Ei ist Ei« dachte der Hamster zufrieden und trippelte zurück bis zu dem Mauseloch. Nach einer kurzen Pause wollte er die nächste Ladung holen. Es waren ja nur noch ein paar Tausend Eier auszutragen bis zum Morgengrauen.

Der Hamster war nicht der beste Kopfrechner.

Der Osterhase kratzte sich nachdenklich hinter dem Löffel. Die Hasen, die er im Außendienst einsparen wollte, nahmen rund um die Uhr Beschwerden im Call Center entgegen wegen leer gebliebener Osternester. Das mit dem Outsourcing des Zustelldienstes musste er sich wohl doch noch einmal überlegen. Aber die Überarbeitung des Business Plans hatte zum Glück Zeit bis zum nächsten Jahr und der Umbau eines Multinationalen Unternehmens ging eben nicht von heute auf morgen und offenbar nicht mit Hamstern.

Er blätterte die Bewerbungsschreiben durch. Vielleicht die Pinguine? Herzig, aber sicher zu langsam mit ihrem Gewatschel. Ah, die Spinnen! Flink und kommen überall hin. Genial! Nur am Marketing müsste noch ordentlich gearbeitet werden.


Wieso aber überhaupt an alten eingehüpften Traditionen rütteln? Na ja, weil Tante Tex nach dem alternativen Oster-Tier gefragt hat und eigentlich übertreffen die Spinnen die Hasen doch locker in Bezug auf die Kinderanzahl. Also, die Spinne als Symbol der Fruchtbarkeit! Ich ziehe dann einmal weit weg, ganz weit weg, irgendwohin wo niemand die Osterspinne kennt, brrrrr.

storysamstag_1

 

6 Gedanken zu “Die spinnen, die Hamster

      1. Schick Aragog zu mir, ich singe ihm ein Schlaflied. Dann wird er mir schon nichts tun. Vielleicht ergreift er auch die Flucht. Gibt es Beutelsaurier? Die man aus fossiler DNA züchten kann? Die ausgerechnet Riesenspinnen am liebsten fressen? Die könnten dann nach dem Snack gleich die Ostereier mitnehmen.

        Upsi, ich glaube ich habe etwas Falsches getrunken bei der Verwandtschaft gerade …

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      1. Ich empfinde die Pinguine eigentlich als nettes Upgrade: die Lieferanten im Frack hat doch Klasse. Mach Kaiserpinguine draus und jeder Rezipient bekommt quasi ein royales Osterei. Ich sehe darin riesiges Marketingpotential. Nur mit der Firma ‚Kinder‘ und deren Pingui könnte es wegen der Schoko-Pinguine eventuell Rechtsstreit geben.

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