If I were a book, who would read me?

Gut Ding braucht Weile. Nun ja, auch mittelmäßige Dinge haben schon länger gebraucht als man ursprünglich dachte und schlecht laufende Projekte erst … aber das ist wirklich ein ganz schlechter Anfang für den heutigen Beitrag. Also nochmal von vorne:

Gut Ding braucht Weile und ich habe mir tatsächlich zwei Monate Zeit gelassen, um ein Buch zu schreiben. Oder mir genau genommen nur Gedanken darüber zu machen, was in dem Buch alles vorkommen würde. Einem ganz besonderen Buch: Wenn ich ein Buch wäre, was stünde da drin?

Der liebe Zeilenende hat mir dieses Stöckchen zugeworfen und Folgendes ist nun dabei herausgekommen:

Du bist nun ein Buch. Unter welchem Genre finde ich dich, in meinem Lieblingsbuchladen?

Autobiografische Fiktion in Kurzgeschichten – falls es das als eigenes Genre gibt.

Die Einteilung von Büchern finde ich oft gar nicht so leicht. Klasseneinteilungen sind mir aber auch nicht so wichtig, obwohl es sicherlich einige Literaturgattungen gibt, zu denen ich nicht greifen würde, sofern ich mich an den Beschriftungen der Regale orientiere. Dabei kommt es doch nur auf den Inhalt an!

In der Wühlkiste am Flohmarkt aber muss vor allem das Cover ansprechend und der Titel interessant genug sein, damit ich überhaupt zu dem Buch greife. Ein bisschen oberflächlich bin ich also schon.

Ein Buch existiert nicht ohne seine Leser. Wie lautet dein Klappentext, um die Leser neugierig auf dich zu machen?

Also mit kurzen Zusammenfassungen habe ich es bekanntlich ja nicht so. Mal sehen, etwas knackig Kurzes, das anspricht ….

Das Leben ist zu kurz, um dieses Buch nicht gelesen zu haben: Ihr Leben beginnt wie das tausender anderer Kinder, mit einem einschneidenden Erlebnis – einer Kaiserschnittgeburt. Bald stellt sie fest, dass sie gar nicht alleine auf der Welt ist und diese auch noch mit den anderen, insbesondere einer älteren Schwester teilen muss. Von da an entwickelt sich vieles ganz anders als sie es eigentlich wollte – aber manchmal ist das auch ein Glücksfall.

In dir stecken viele Persönlichkeiten, mehrere mächtige & schmächtige. Wie heißt dein Protagonist / deine Protagonisten, wenn sie nicht deinen Namen tragen?

Die Hauptperson würde anonym bleiben. Sie braucht keinen Namen. Es dreht sich ja alles um sie, also ist klar, von wem die Rede ist.

Die Statisten rundherum bekämen aber Namen. Und es käme definitiv ein Ethan vor. Der mit dem Zug nach Wien kommt und hier über das Leben und die Welt philosophierend einen Spaziergang macht, mit einer besonderen Frau an seiner Seite. Noch vor Sonnenaufgang reist er vom Westbahnhof Richtung Paris ab.

Hm, kommt mir jetzt irgendwie bekannt vor. Dann muss ich an der Originalität der man-wartet-gespannt-darauf-dass-etwas-Außergewöhnliches-passiert-aber-es-passiert-gar-nichts-Episode noch feilen.

Die Persönlichkeit hängt vom Charakter ab. Nenne drei Eigenschaften von dir, die dich am besten beschreiben und dich dem Leser näher bringen, oder vor denen er zurück schreckt und sich ein anderes Buch schnappt.

selbstlose Hilfsbereitschaft mit Hang zur Selbstbemitleidung (wenn es sonst keiner tut, obwohl man sich den ganzen Tag nur für die anderen abrackert)

lodernde Wissbegier

und dazwischen auch einmal in Gedanken versunkene Naturliebhaberin

Ich denke, ein Hauptpunkt wurde vergessen. Oder ist er nicht egal? Du als Buch brauchst schließlich einen Titel. Wie heißt du?

Das meistgelesene Buch, das nie geschrieben wurde

Es tummeln sich doch schon genug Liebesgeschichten in anderen Büchern. Oder sind es doch nicht genug? Wie sieht es denn in dir drinnen aus?

Die Liebesgeschichte oder -geschichten käme oder kämen nur am Rande vor. Ein dezenter Hinweis hier, ein bisschen Verliebtheit dort. Liebe macht blind und wir wollen doch die eigentliche Geschichte nicht aus den Augen verlieren.

Wir trauern, wenn unser Lieblingscharakter in einem Buch stirbt. Er, oder sie, ist uns so ans Herz gewachsen, dass wir nicht anders können. Aber du tust uns das nicht an – oder?

Hier wird das Leben Regie führen oder besser gesagt die Feder: Wenn es das Schicksal so will oder es gerade notwendig erscheint, wird sich der eine oder andere Charakter für immer verabschieden und die Leser mit ihren Erinnerungen an ihn oder sie zurücklassen, manchmal mit Vorwarnung, manchmal auch unerwartet. Im Abschied und der Veränderung liegt auch viel Schönes

Niemanden interessiert dein Titel, dein Klappentext, deine Charaktere oder dein Inhalt. Das Cover ist das einzig wichtige, schließlich muss das Buch auch schön im Regal aussehen. Wie siehst du denn aus?

Ein Schachbrett, welches rechts oben in ein satt gelb leuchtendes Getreidefeld übergeht. Ein Zeigefinger wirft den schachmatt gesetzten schwarzen König um, direkt in die vollen, wogenden Ähren hinein. Der Moment, in dem der Finger noch auf der Holzfigur ruht, diese aber bereits aus der Balance geraten ist, wurde eingefangen. Und über dem Feld verläuft eine Stromleitung auf der sich Schwalben niedergelassen haben.

Das wäre meine vage Vorstellung des Bildes am Cover

Es ist alles gesagt und getan. Dem Leser wurde nun eventuell schon durch einen tragischen Tod oder eine aufkommende Liebe einiges vorweg genommen. Doch das macht nichts. Er gibt dir eine Chance, weil er dich ja mögen könnte. Wie sieht es mit deinem Schreibstil aus?

Klar und knapp gefasst.

Nein, haha! Wer mich kennt bzw. auf meinem Blog mitliest, weiß wohl schon, dass ich mich meist nicht allzu kurz fasse. Aber ich hoffe, es würde nicht allzu schwülstig werden und nicht zu voll gepackt mit expliziten oder impliziten etymologisch ausgeschlachteten Fremdwörtern oder gar zu langen Sätzen oder zu vielen Unds …

Natürlich bist du nicht nur irgendein Buch. Du bist das Buch! Du erscheinst unter vielen verschiedenen Ausgaben und Formaten. Doch nur das Original, ist das wahre. Bist du ein Hardcover, E-Book oder Taschenbuch? Und warum?

Taschenbuch und als e-book erhältlich

Ich selbst lese Belletristik am liebsten entweder auf einem e-reader oder als Taschenbuch. Hardcover kommen mir gewöhnlich nur Bildbände oder Fachliteratur ins Haus. Ich finde Taschenbücher sehr sympathisch. Sie lassen sich etwas biegen und formen, sind nicht so starr und schwer. So wie es mein Buch sein soll: fließende Leichtigkeit

 Wenn du ein Buch wärst, wer würde dich lesen?

Hoffentlich jeder, den ich mit diesem Beitrag neugierig machen konnte und all jene, die mich eines Tages in der Bücherei oder Buchhandlung zufällig entdecken oder eine Rezension über mich gelesen haben und natürlich jene, denen ich als Weihnachtsgeschenk, hübsch verpackt, unter den Christbaum gelegt wurde

So, das war’s. Vorbestellungen werden ab sofort auf diesem Blog entgegengenommen, nach dem Motto: „Derzeit noch nicht lieferbar, aber sichern Sie sich ihr Exemplar jetzt!“


Vielen Dank, lieber Zeilenende für diesen „Tag“. Ich wünsche dir übrigens auch einen schönen Tag 😉

Wer sich selbst nun schon auf dem Bestsellerpodest einer Buchhandlung vorstellen kann, der möge dieses Stöckchen aufgreifen und uns berichten, wie er/sie als Buch so wäre.

Ad hoc fallen mir folgende Blogs ein, auf denen ab und zu Bücher vorgestellt werden (und denen ich daher eine gewisse Bibliophilie unterstelle):  Myriade  und natürlich Literatur-O-Meter und Home is where the boys are oder Tanja im Norden, die auch immer so schön Geschichten erzählt?

10 Gedanken zu “If I were a book, who would read me?

  1. Über das Cover hätten wir zu reden, aber der Titel hatte mich. Und dieses unverholen marktschreierische Textlein auf dem Waschzettel hat mir den Rest gegeben. Wahrscheinlich müsste ich dich in einen Schutzumschlag packen. *gg*
    Aber da Liebe nur am Rande vorkommt (löblich!) und ein Ethan vorkommt, bin ich dabei. Ebenso wie bei der Forderung, „Anekdotensammlung“ in „Autobiografische Fiktion in Kurzgeschichten“ umzubenennen. Da will ich auch stehen. 🙂

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  2. Es gibt Hardcover, die sich phantastisch falten -naja, offen halten – lassen. Bei guter Bindung haben nicht alle einen starren Rücken. Sie sind ein Blickfang der sich gut anfasst; und sie sind beständig.

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