Sehnen, Hyperbeln und eine Menge Offenes

In der Rubrik Gedanken habe ich schon gelegentlich Einblicke in mein persönlichstes Seelenleben erlaubt. Heute tue ich dies mit einem offenen, hyperbolischen Brief, den ich hinter einem etwas mathematisch klingenden Titel versteckt habe. Gefühle zu verbergen fällt oft leichter als sie zum Ausdruck zu bringen. Ich habe es dennoch versucht und bitte mir die Schwülstigkeit mancher Sätze zu verzeihen, aber drastische Ereignisse bedürfen drastischer, auch kitschiger Maßnahmen  …

Der offene Brief



hier, heute

Mein Liebster!

Es fällt mir unendlich schwer, diese Zeilen zu schreiben, aber ich vermisse dich so sehr! Bitte komm doch wieder zurück!

Die letzten Tage ohne dich waren fast unerträglich. Besonders die kleine Z leidet unter der Trennung von dir!

Dass Kinder eine Beziehung verändern, war uns beiden klar. Dass unsere Beziehung in den letzten Jahren so ins Stottern geraten ist, das hätte ich aber niemals für möglich gehalten. Es stimmt mich traurig, und müde, schrecklich müde. Unsere Kämpfe, die wir meist in der Nacht austragen, haben mich an den Rand der Erschöpfung gebracht.

Wenn Kinder krank sind oder Zähne bekommen oder Entwicklungssprünge durchmachen, brauchen sie ihre Mutter noch mehr als sonst. Das zehrt an den Kräften. Und es tut mir sehr leid, wenn ich in den letzten Tagen, Wochen oder auch Monaten oft schlecht gelaunt war. Ich bin der festen Überzeugung, dass auch wieder einfachere Zeiten kommen werden, in denen wir beide mehr füreinander da sein können.

Wir hatten ja auch früher schon manchmal unsere Differenzen oder uns sogar für kurze Zeit voneinander getrennt, aber wir haben uns auch immer wieder gefunden und erkannt, dass wir es gemeinsam besser haben.

Ich kann und will nicht glauben, dass diese (hoffentlich) kurze, schwierige Phase jetzt eine jahrelange Beziehung auf Dauer zerstört. Einfach so.

Ich brauche dich doch!

Ohne dich ist mein Leben nur noch eine Qual. Nur mit dir an meiner Seite kann ich es schaffen.

Also, bitte komm zurück, zu mir und den Kindern, besonders der kleinen Z!

Deine, sich nach dir sehnende M.Mama

Adressiert an: Den Schlaf (die ungestörte Nachtruhe aka Das Durchschlafendürfen)



Etwas mehr Hintergrundinformation zu unserer derzeitigen schwierigen Phase findet ihr auch hier.

20 Gedanken zu “Sehnen, Hyperbeln und eine Menge Offenes

  1. Versuch es doch mal mit einem Liebesbrief an Morpheus! Das ist der griechische Gott des Schlafs und der süßen Träume. Ein besonders lieblicher Jüngling, so meine ich zu wissen. Deshalb kommt er auch nicht so gern zu alten Weibern wie mir. Aber du bist nicht alt!

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  2. Ein origineller Text, wie immer ! Ich habe natürlich auch gedacht, dass es sich um deinen Partner handelt. Aber ohne Schlaf ist wirklich alles furchtbar. Zeitweilige Abwesenheiten des Partners dagegen kann ich zumindest gut aushalten 🙂

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