Perspektivisch gesehen ist alles relativ gleich

Szene 1:

Die 2-jährige Z möchte sich ein Glas Saft einschenken. Die aufmerksame Mama springt sofort herbei, um zu helfen. Z ruft entsetzt: „Ich kann das selbst! „ Und im Brustton der Überzeugung schiebt sie noch ein: „Bin schon groß!“ hinterher. Mama steht also nervös mit dem Geschirrtuch daneben, um allfällige verschüttete „Tropfen“ zu beseitigen. Das Tuch kommt auch ausgiebig zum Einsatz, aber immerhin: Z ist kein Baby mehr, sondern wirklich ein Kleinkind.

Szene 2:

Als ich morgens gestresst (und vermutlich zum wiederholten Male) rufe: „Anziehen Kinder!“ ist die kleine Z kaum zu halten und sofort sehr bemüht, sich ohne Hilfe Hose und T-Shirt selbst irgendwie überzustreifen, während die 4-jährige E regungslos mitten im Wohnzimmer am Boden liegt und keinerlei Anstalten macht, meiner Aufforderung nachzukommen. Ich laufe hektisch herum und fordere sie nochmals und diesmal explizit auf, sich endlich anzuziehen, aber E meint nur: „Ich kann das noch nicht. Ich bin noch ein Baby und ahmt ein paar Babylaute nach.

Alles in allem ist das Gleichgewicht also wieder hergestellt: Ein Kleinkind dort, ein Baby hier und mittendrin eine verwirrte Mama, die nicht erwünscht ist, wo sie helfen will und helfen soll, wo sie gar nicht mehr will.

2 Gedanken zu “Perspektivisch gesehen ist alles relativ gleich

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