Omas heißer Ofen

Unsere Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ – diese Strophe stößt bei mir auf keine Gegenliebe, unter anderem deshalb, weil ich Auspuffabgase im Hühnerstall eher für gesundheitsschädlich für das Federvieh halte.

Omas und ihre heißen Öfen, das ist so eine Sache. Mich bekommt man ja nicht so schnell auf ein Motorrad. Ich neige nämlich dazu, mich nicht allem zu neigen, insbesondere mich in den Kurven dagegen zu lehnen, was das Lenken für den Fahrer scheinbar schwieriger macht. Ein ein unbewußter Reflex aus der tief vergrabenen Abneigung gegen diese Höllenmaschinen. Ansehen tue ich sie mir aber schon gerne, die zweirädrigen Flitzer. Als Kind habe ich sogar Ansichtskarten mit Motorrad-Motiven gesammelt, denn Pferde, das wollten ja alle Mädchen haben – laaaangweilig! Ach, und was hätte ich nicht alles mit 16 dafür gegeben, wäre es mir gelungen, meine Eltern davon zu überzeugen, dass ich mit der eigenen schwarzen Vespa nicht nur sicherer als im Bus, sondern vor allem sicherer als im Auto bei älteren Freunden unterwegs gewesen wäre (#Vespaichkaufdichirgendwanndochnoch ).

Omas und ihre heißen Öfen, das kann aber auch eine ganz andere Sache sein. Meine Schwiegermutter zum Beispiel heizt gerne und viel ein. Wann immer wir bei ihr zu Besuch sind, komme ich mir vor wie im Backofen. Selbst im Sommer wird morgens geheizt. Nicht so bei uns. Da es in letzter Zeit sehr heiß war untertags, habe ich schon früh am Morgen alle Fenster geöffnet und ausgiebig gelüftet, um noch möglichst viel von der kühlen Luft hereinzulassen (und diese dann den restlichen Tag als Kältespeicher zu nützen). Nun ist es aber so, dass meine größere Tochter eher zu den leicht frierenden Menschen gehört und daher neulich morgens sogar verlangte, eine Weste im Haus anzuziehen, da ihr sonst kalt wäre. Seit ich zwei Kinder habe, ist mir eigentlich ständig heiß, weil ich sowieso zu wenig Hände, Augen und Beine zu haben scheine, um der Sache Herr zu werden – aber das ist eine andere Geschichte.

Auf dem Weg zum Kindergarten – noch immer in die Weste gehüllt – meinte E dann plötzlich: „Bei der Oma …

Ich: „Ja?“

E: „Bei der Oma geht es den Kindern so gut. Die Oma heizt einfach den Ofen ein, da brauchen die Kinder keine Weste anziehen im Haus

An dem Tag waren 36 Grad angesagt (!) und es war um 8 Uhr morgens bereits schwül bei über 20 Grad, aber mit Omas kann man einfach nicht konkurrieren.

 

4 Gedanken zu “Omas heißer Ofen

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