Schreibkick: Jetzt erst einmal eine Abkühlung

Bei Vro jongliert habe ich heute morgen den Schreibkick von Sabrina kennengelernt. Für den ersten des Monats hat sie zu einem Text zum Thema Abkühlung eingeladen. Hier ist, was mir dazu eingefallen ist:


Er sprang samt Hose und T-Shirt ins Pool. Das Wasser spritzte auf die Waschbetonplatten und kleine Rinnsale bildeten sich in den Fugen. Dunkelrot zogen sie ihre Bahnen Richtung Abfluss.

Als er wieder auftauchte, warf er dem Kopf in den Nacken und wischte sich mit der flachen Hand übers Gesicht. Er drehte sich um und besah sich die Schweinerei, die er im Pool angerichtet hatte. Eine blutrote Wolke hatte sich gebildet, wo er eingetaucht war und waberte nun langsam auseinander. Mit ein paar kräftigen Stößen erreichte er den Rand des Beckens und zog sich nach oben. Im Sitzen wusch er sich nochmals die Unterarme gründlich ab. Aus dem blauen Nass wurde eine dunkle Brühe.

Man, die letzte hatte sich vielleicht gewehrt. Warum sind die Frauen heutzutage nur so widerspenstig. Es wäre besser, sie würden ihn einfach machen lassen, dann wäre es schnell und schmerzlos erledigt. Aber nein. Die hat erst versucht wegzulaufen und als er endlich erwischte, hat sie geschrien und gejammert. Am Schluß hat sie ihn sogar angebettelt, sie laufen zu lassen. Lächerlich ist das. So etwas erweicht ihn doch nicht.

Und jetzt?

Er nahm sein triefendes T-Shirt mit beiden Händen und zog es sich über den Kopf, um es auszuwinden. Kraftvoll drehte er es fester und fester zusammen. Rot tropfte es auf seine Füße und den Boden.

Er hatte das Paintball-Match gewonnen. Wieder einmal. Ja klar, er war der unbesiegbare Champion, „the last man standing“. Das musste schließlich ein Mann sein und nicht eine Frau, dachte er ein wenig chauvinistisch und grinste vor sich hin. Dann streifte er sich das T-Shirt wieder über und ging zurück zu den anderen Partygästen, die auf der Veranda im Schatten saßen, neben der provisorischen Bar.

Sie war auch da. Ohne Schutzbrille sah sie richtig hübsch aus.

Hallo!“ sprach er sie an. Mit seinem sympathischsten Lächeln stellte er sich ihr vor: „Ich bin der, der dich vorhin erledigt hat ….

Sie lächelte ihn an, stand langsam auf und schüttete ihm ihr Glas ins Gesicht. Ihre Freundinnen kicherten. Man, die war echt sauer und eine schlechte Verliererin.

Andererseits, eine Frau mit Ehrgeiz, das gefiel ihm. „Mit dem Cocktail triffst du also besser als mit dem Makierer“ grinste er sie frech an. So schnell ließ er sich nicht abschütteln.

Du hältst dich wohl für einen Gewinnertypen?“ fragte sie schnippisch und sah ihn herausfordernd mit ihren großen, hellbraunen Augen an.

Das Match hatte gerade erst begonnen und es versprach interessant zu werden.

9 Gedanken zu “Schreibkick: Jetzt erst einmal eine Abkühlung

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