Mit eigenen Augen …

habe ich ihn gesehen. Auch, endlich. Den Film des Jahres.

Also zumindest meinen bisherigen Film des Jahres, denn zum Filmeschauen nehme ich mir nur noch selten Zeit.

Toni Erdmann

ist ein typisch deutscher Film – lange Szenen, langsam, langatmig, wortkarg, ganz ohne Action, manchmal ganz ohne Handlung. Einfach nur Eindrücke.

Deutsche Filme scheinen überhaupt weniger auf Worten zu basieren als auf Bildern. Gut, für die großen Worte hatten wir (*hust* als Österreicherin beziehe ich mich jetzt einfach mit ein, es ist ja mehr oder weniger ein Sprachraum, auch wenn es oft anders klingt) ja Goethe, Schiller & Co.

Bei diesem Film ist es auf jeden Fall wieder einmal ganz großartig gelungen, Emotionen zu zeigen, statt sie zu zerreden oder zu verkitschen. Beeindruckende Schauspieler – Peter Simonischek und Sandra Hüller, Welten, die aufeinander prallen. Die eine oder andere Szene hätte man vielleicht nicht unbedingt gebraucht, aber auch das gehört zum deutschen Film. Während es in französischen Filmen gefühlt immer regnet und Nacht ist, wird in deutschen Filmen alles gezeigt, und sei es noch so persönlich, intim oder unappetitlich. Nacktszenen gibt es im US-mainstream-Film in dieser Art sicher nicht. Sie bleiben definitiv in Erinnerung, neben einer Fülle von anderen skurrilen Episoden.

Falls ihn irgendjemand noch nicht gesehen hat, der Film ist

komisch

lustig

berührend

sehenswert.

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