MitmachBlog

Papier ist geduldig, ich bin es nicht. Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, dass das Leben endlich beginnt, ich kann nicht mehr länger warten.

Das Leben ist längst da, aber es findet ohne mich statt. Ich kann seine Schönheit nicht mehr sehen, die Vögel nicht singen hören, selbst wenn die Sonne scheint. Immer ist es dunkel um mich. Diese drückende Finsternis, sie war mir so lange unerträglich. Jetzt ängstigt sie mich nicht mehr. Vielleicht ist es meine Bestimmung, in ihr aufzugehen.

Also gehe ich.“

Der Brief hatte gleich hinter der Eingangstür am Boden gelegen. Während er diese Zeilen las, war er langsam bis ins Wohnzimmer gegangen. Jetzt saß er mit klopfendem Herzen und zitternden Händen auf der Couch und starrte das Blatt Papier an. Ihre schöne Schrift, so lebendig, so voller Schwung. So ganz das Gegenteil vom Sinn der Worte. Er merkte, dass er furchtbar schwitzte und zerrte…

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